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  • Di., 01. Oktober 2013, 08:52 Uhr
    Barrierefreiheit: Arbeitsgruppe des Landkreises unterwegs in Osthofen / „Gut aufgestellt“

    „Gemeinsam Hilfen für Senioren und behinderte Menschen finden“

    Treppenstufen, Ampeln ohne akustische Signale oder hohe Absätze an Straßenrändern: Oftmals bedeuten Hindernisse, die Menschen ohne Behinderung nicht wahrnehmen, für Rollstuhlfahrer, Mütter oder Väter mit Kinderwagen, Senioren, die mit Rollator unterwegs sind oder Sehbehinderte nur schwer überwindbare Einschränkungen des Alltags.

    Dass Osthofen in Sachen Barrierefreiheit gut aufgestellt ist, machte ein Rundgang mit Betroffenen, Verantwortlichen aus der Politik und Mitarbeitern der Verwaltung deutlich. Die Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“, die im Rahmen der Pflegestrukturplanung des Landkreises Alzey-Worms aktiv ist, hatte zur gemeinsamen Begehung eingeladen. „Eine vielfältig zusammengesetzte Gruppe was es, die durch Osthofens Straßen zog. Zwei stark sehbehinderte Menschen, eine Rollstuhlfahrerin, ein älterer Mann mit Rollator und eine Frau mit Kinderwagen nahmen gemeinsam mit Ratsmitgliedern und Mitgliedern der Arbeitsgruppe die örtlichen Gegebenheiten aus dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit unter die Lupe“, berichtetet Andrea Maurer, stellvertretende Leiterin der Sozialabteilung des Landkreises Alzey-Worms. Die Route hatte der Behindertenbeauftragte der Stadt Osthofen, Walter Hangen, festgelegt.

    Unterwegs gab es viel Positives zu berichten: Die Eingänge der Banken sind vorbildlich mit einer Rampe zugänglich, der neu gestaltete Bahnhof bietet Zugangsmöglichkeiten für beeinträchtigte Menschen. Der erhöhte Bürgersteig an der Bushaltestelle ist bereits auf Niederflurbusse eingestellt. Aber auch Barrieren konnten mit den Augen der beeinträchtigten Menschen wahrgenommen werden. So können ein zugeparkter Bürgersteig oder eine Mülltonne auf dem Gehweg bereits ein großes Hindernis darstellen.

    Kompetente Beratung bei Rundgang
    Steile Straßenunterführungen sind mit dem Rollstuhl ohne Unterstützung kaum zu bewältigen. Uschi Harz, Mitarbeiterin der Landesberatungsstelle barrierefrei Bauen und Wohnen, sowie Nicole Becker-Mutschler, Beauftragte für Barrierefreies Bauen in der Bauabteilung der Kreisverwaltung Alzey-Worms, standen beim Rundgang beratend zur Seite. So konnten die rechtlichen Rahmenbedingungen für Barrierefreiheit kompetent erörtert werden. Nach der Ratifizierung der UN-Konventionen für behinderte Menschen durch die Bundesrepublik, ist behinderten Menschen volle Teilhabe am Leben in den Bereichen Wohnen, Bildung, Kultur und allen Lebensbezügen zu gewähren. In vielen gesetzlichen Vorgaben, wie dem Landesgleichstellungsgesetz für behinderte Menschen oder auch dem SGB IX, sind diese Teilhaberechte inzwischen verankert.

    Nach dem Rundgang konnten bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde in der Mensa der IGS Osthofen die unterschiedlichen Eindrücke und Erfahrungen zusammengetragen werden. Es wurde deutlich, dass viele Hilfen und Erleichterungen des Alltags mit geringen Mitteln kurzfristig realisiert werden können. Einige Wünsche in Sachen Barrierefreiheit sind aber auch mit hohen Kosten verbunden und können nicht direkt umgesetzt werden. „Im Zuge des demografischen Wandels gewinnt das Thema Barrierefreiheit nicht nur für behinderte, sondern auch für die zunehmende Zahl älterer Menschen immer mehr an Bedeutung“, so Maurer.

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