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  • Do., 08. Oktober 2026, 13:33 Uhr
    MdL Dirk Beyer: Staatssekretärin Dr. Tamara Müller im Gespräch mit der Wormser Ärzteschaft / Medizinisches Versorgungszentrum in Planung

    Gesundheitsversorgung gemeinsam stärken

    Die Teilnehmer des Informationsgespräches: Dr. Stephan Bernhardt, Dr. Tamara Müller, Dirk Beyer, Barbara Matthes, Dr. Gregor Maiwald, Dr. Serbaz Al Mohammad, Dr. Mariori Genitsariotis und Tina Dobiasch (von links).
    Foto: SPD Worms

    Wie steht es um die ärztliche Versorgung in Worms und welche Auswirkungen haben die aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen auf Ärzte und Patienten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Gesprächs des Landtagsabgeordneten Dirk Beyer (SPD) gemeinsam mit Staatssekretärin Dr. Tamara Müller und einem Fachreferenten beim Wormser Gesundheitsnetz (WoGe). Im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern der WoGe sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wormser Ärzteschaft wurden neben grundsätzlichen Fragen der Gesundheitspolitik insbesondere die Folgen des Beitragsstabilisierungsgesetzes und des geplanten Apothekenstärkungsgesetzes diskutiert.

    Wartelisten werden länger

    Dabei wurde deutlich, dass die Belastungen für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiter zunehmen. „Die Wartelisten werden immer länger“, berichtete Kardiologe Dr. Stephan Bernhardt. Damit steige zugleich die Unzufriedenheit der Patientinnen und Patienten. Die Ärzte stünden zunehmend vor der Herausforderung, einer wachsenden Nachfrage mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen gerecht werden zu müssen.

    Auch die wirtschaftliche Situation der Praxen wurde thematisiert. Nach Einschätzung der Gesprächsteilnehmer geraten immer mehr Arztpraxen unter wirtschaftlichen Druck. Eine Folge davon sei, dass Leistungen für gesetzlich Versicherte teilweise nicht mehr im bisherigen Umfang über die Kassen abgerechnet werden könnten und Patienten auf eine private Abrechnung verwiesen würden.

    Bedürftige leiden
    Welche sozialen Folgen diese Entwicklung haben kann, machte Gastroenterologe Dr. Gregor Maiwald deutlich: „Die Bedürftigen werden am meisten darunter leiden.“ Gerade Menschen, die sich eine private Behandlung nicht leisten könnten, seien auf eine funktionierende und für alle zugängliche medizinische Versorgung angewiesen.

    Kritisch diskutiert wurde zudem das Apothekenstärkungsgesetz. Insbesondere Allgemeinmedizinerin und Vorstandsvorsitzende der WoGe Dr. Barbara Matthes äußerte hierzu deutliche Bedenken. Aus Sicht der Ärzteschaft müsse darauf geachtet werden, dass gesetzgeberische Maßnahmen nicht unbeabsichtigt zu zusätzlichen Belastungen für die ambulante Versorgung führen und die bestehenden Strukturen weiter geschwächt werden.

    Sorgen und Erfahrungen ernst nehmen

    Dirk Beyer und Staatssekretärin Dr. Tamara Müller waren sich einig, dass die Politik die notwendigen Veränderungen in der Gesundheitsversorgung positiv begleiten müsse. „Wir müssen die Sorgen und die Erfahrungen derjenigen, die täglich vor Ort für die medizinische Versorgung der Menschen verantwortlich sind, ernst nehmen“, so Beyer. Gerade der direkte Austausch mit der Ärzteschaft sei deshalb wichtig, um politische Entscheidungen an den tatsächlichen Herausforderungen der Versorgung auszurichten.

    Dr. Müller nahm die angesprochenen Probleme und Sorgen der Wormser Ärzteschaft auf und kündigte an, den Dialog mit den Beteiligten weiter zu intensivieren. Unter anderem soll der bereits bestehende Runde Tisch mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wiederbelebt werden. Ziel sei es, die unterschiedlichen Akteure wieder stärker an einen Tisch zu bringen und gemeinsam nach Lösungen für die Herausforderungen der ambulanten Versorgung zu suchen.

    Darüber hinaus möchte die Staatssekretärin sich um Fördermöglichkeiten der Digitalisierung bemühen. Gerade digitale Lösungen könnten dazu beitragen, Arbeitsabläufe in Praxen und Versorgungsstrukturen effizienter zu gestalten und die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. Welche Fördermöglichkeiten für entsprechende Projekte infrage kommen, soll daher weiter geprüft werden.

    Eigenes Medizinisches Versorgungszentrum?

    Ein weiterer Zukunftsaspekt war die Überlegung der WoGe, ein eigenes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu betreiben. Damit könnte das Wormser Gesundheitsnetz zusätzliche Strukturen schaffen, um die ambulante Versorgung zu stärken und möglicherweise neue Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen.

    Für Dirk Beyer ist der Austausch ein wichtiges Signal: „Die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung lassen sich nicht allein aus Berlin oder Mainz heraus lösen. Wir müssen zuhören, was vor Ort gebraucht wird, und gemeinsam mit denjenigen, die täglich mit den Problemen konfrontiert sind, an Lösungen arbeiten.“

    Der Besuch bei der WoGe habe daher vor allem eines gezeigt: Die Sicherstellung einer guten medizinischen Versorgung wird zunehmend zu einer gemeinsamen Aufgabe von Politik, Ärzteschaft, Krankenkassen und den regionalen Gesundheitsstrukturen. Der begonnene Dialog soll deshalb fortgesetzt werden.

     

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