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    ZEHNJÄHRIGES JUBILÄUM: Trubel und Jubel am Stand der Wormser Marktwinzer vor der Dreifaltigkeitskirche

    „Hier wird probiert, gesprochen und gelacht“

    Schon seit zehn Jahren rundet ein Gläschen Wein mit Freunden und Bekannten am Stand der Wormser Marktwinzer den samstäglichen Marktbesuch ab.
    Foto: Rudolf Uhrig

    Von Rudolf Uhrig › Das war kapriziös: „Vielen Besuchern haben wir eine enorme Verantwortung von den Schultern genommen, in dem wir für sie geklärt haben, wie kriege ich meinen Samstag rum. Das war eine hohe soziale Tat, die wir da in Worms in Bewegung gebracht haben.“ So sagte es Helmut Emler, der 1. Vorsitzende des Stadtmarketing Nibelungenstadt Worms e.V. am Samstagmorgen zum 10-jährigen Jubiläum der Marktwinzer. Applaus und zustimmendes Lachen waren ihm sicher.

    Oberbürgermeister Adolf Kessel setzte später in seinem Grußwort noch eins drauf: „… manche nehmen vielleicht auch den Marktbesuch zum Vorwand, um auch den Marktwinzern einen Besuch abzustatten.“ Kai Hornuf, der Geschäftsführer, erinnerte an die Anfänge, an eine Stadtratssitzung im Jahre 2015 wonach Worms nicht nur Kulturstadt sein sollte, sondern auch Weinstadt, als drittgrößte weinbautreibende Stadt der Republik sei das die logische Folge. Er, wie auch Emler, dankten allen Mitstreitern, den treuen Besuchern, aber auch Hans Pilz, der immer wieder mit anpacke, von Anfang an.

    Herzblut und Tradition

    Bei aller Freude und Glückseligkeit zum Jubiläum, zu dem auch der Liederkranz mit musikalischer Untermalung sowie auch die Backfischbraut Marie Bickel mit dem Grußwort der Fischerwääder beitrug, so brachte Kathrin Knierim, die amtierende Rheinhessische Weinkönigin aus Osthofen, doch die ernste Note in den Reigen der Redner. „Die Marktwinzer stehen für viel mehr als nur für einen Ausschank, sie stehen für Engagement, für Herzblut und für den festen Willen, unsere Weintradition aufrecht zu erhalten. Woche für Woche investieren sie Zeit, Kraft und Leidenschaft zusätzlich zu ihrer Arbeit. Wein verkauft sich nicht mehr so einfach wie früher; er muss erklärt, erlebt und mit Emotionen gefüllt werden“, erklärte Knierim. Die Marktwinzer schaffen ihr zufolge Begegnung zwischen Erzeuger und Verbraucher, zwischen Generationen und Tradition und Moderne.

    „Hier wird Wein nicht anonym verkauft, hier wird probiert, gesprochen und gelacht. Diese Nähe schafft Vertrauen. Hinter jeder Flasche stehen Menschen, Familienbetriebe oft über Generationen gewachsen, Menschen die mit der Natur arbeiten, die Risiken tragen. Die Marktwinzer sind Botschafter für das Weinbaugebiet Rheinhessen und die Identität der Stadt Worms“, so die weitere Analyse der Weinkönigin.

    Christian Spohr oblag es am Ende des Festreigens die beteiligten Winzer aus Horchheim, Herrnsheim und Abenheim nämlich Helmut Kloos, Alex Weinmann, Christian Müsel, Thomas Schäfer und Christoph Lösch nochmals auf der Bühne zu präsentieren. Letzterem gelang der Spruch des Tages: „Scheint die Sonne nicht am Himmel, so lacht sie aus dem Glas.“ Spohr und seine Kollegen werden im Jubiläumsjahr immer wieder für die eine oder andere Überraschung an den samstäglichen Markttagen sorgen, so das Versprechen der beteiligten Winzer.  

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