
Von Florian Helfert › Gute Nachrichten aus dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für das Wormser Wahrzeichen: Die Liebfrauenkirche wird mit 369.200 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes gefördert. Damit erhält Worms als eines von insgesamt nur 144 Projekten bundesweit Geld aus dem vielfach überzeichneten Fördertopf von 35 Millionen Euro. In Rheinland-Pfalz werden die Sanierung und Instandsetzung von 13 Kulturdenkmälern mit insgesamt 3.206.441,50 Euro unterstützt.
Sowohl der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler (CDU) als auch der Landtagsabgeordnete Dirk Beyer (SPD) begrüßen die Förderentscheidung ausdrücklich. „Wenn ich an der Liebfrauenkirche vorbeifahre, sehe ich weit mehr als nur alte Steine. Ich sehe ein Stück Wormser Identität“, betont Metzler sichtlich erfreut. „Dass es uns gelungen ist, diesen stattlichen Betrag nach Worms zu holen, ist ein riesiger Gewinn für den Denkmalschutz und ein klares Bekenntnis des Bundes zu unserer historisch bedeutsamen Region.“
Auch Beyer freut sich: „Bereits bei meinem letzten Besuch in der Liebfrauenkirche habe ich im Gespräch mit den Vertretern der Kirchengemeinde, der Kirchenstiftung und des Bistums betont, dass dieses Baudenkmal Aufmerksamkeit verdient.“ Der Förderentscheid erkenne das Engagement der Gemeinde und aller Beteiligten an, würdigte Beyer deren Einsatz für das Gotteshaus.
Die Fördermittel fließen in ein Mammutprojekt. Im Fokus steht dabei vor allem der Chorumgang. Hier hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Geplant ist die Restaurierung zerfallener Bauteile, die Sanierung der Holzelemente sowie die Ergänzung verlorener Konstruktionsteile.
Außerdem wird neben der Instandsetzung der Putz- und Naturwerksteinflächen im Osten und Süden auch die kunstvolle Verglasung der Chorumgangsfenster restauriert. So wird nicht nur die Substanz gestärkt, auch die Optik der Kirche wird profitieren.
Die Liebfrauenkirche ist weltweit bekannt, nicht zuletzt durch den Wein, der in ihrem Schatten wächst. Sie hat Kriege und Säkularisation überstanden und ist die einzige noch erhaltene spätgotische Stiftskirche zwischen Straßburg und Frankfurt. Der 1465 fertiggestellte spätgotische Bau zählt somit zu den bedeutenden gotischen Großkirchen der Region – und ist ein Aushängeschild für Worms.
Die Mittel dienen der nachhaltigen Sicherung und Erhaltung der historischen Substanz. Das Denkmalschutz-Sonderprogramm wird aus dem Etat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Ziel ist es, national bedeutsame oder das kulturelle Erbe prägende unbewegliche Kulturdenkmäler dauerhaft zu sichern und zu erhalten.
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