
Groß war das Interesse und die Aufmerksamkeit an der Sonderausstellung „Zu Lande, zu Wasser und in der Luft“, die die Mitglieder der Europa-Union Worms im Andreasstift besuchten.
Vereinsvorsitzender Dr. Jörg Koch gab eine Einführung in das sehenswerte Werk des aus Schlesien stammenden Malers Leonhard Sandrock (1864-1945), der im Zeitalter der Hochindustrialisierung aufgewachsen ist und das harte Arbeitsleben der Männer an Hochöfen, in der Industrie, im Eisenbahnwesen und in den Häfen künsterlisch dargestellt hat. Seine realistische Darstellungsweise bei hoher malerischer Qualität überzeugt und fasziniert noch heute.
Die Epoche, die Sandrock mit Pinsel und Ölfarben auf die Leinwand brachte, war auch für Worms eine Blütezeit, wie Jörg Koch kenntnisreich darstellte. In Sandrocks Geburtsjahr 1864 hatte die Stadt 12.000 Einwohner, um 1900 waren es bereits 40.000. Es entstand das „neue Worms“, annähernd 10.000 Arbeiterinnen und Arbeiter waren in der hiesigen Lederindustrie beschäftigt.
Neben zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern wurden Funktionsbauten wie die Rheinbrücken, der Bahnhof, die Westend-, Eleonoren-, Nibelungen- und Ernst-Ludwig-Schule errichtet, die teils heute noch stehen.
Außer den eher düsteren Orten, der Welt der Arbeit, zeigt sich Sandrocks meisterhattes Können auch in den stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen, den bunten Stadtansichten, den Häfen und den Schiffen, die die Weltmeere erobern.
Die eindrucksvolle Zeitreise im Andreasstift, die auch entsprechende Motive einheimischer Künstler beinhaltet, ist noch bis zum 30. März im Andreasstift zu sehen und ein Besuch lohnt sich unbedingt.
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