Von Florian Helfert › In Astérix, der erfolgreichsten französischen Comicserie, leistet ein ganzes Dorf rund um die Gallier Asterix und Obelix erfolgreich Widerstand gegen Rom und dessen Legionen. Am Ende eines jeden Bandes verzehrt die (keltische) Dorfgemeinschaft bei einem Festessen Wildschweine.
Auch wenn ein schnödes Mittagsmahl an Wormser Ganztagsschulen im Vergleich mit einem gallischen Gelage kaum mithalten können wird, erinnerte sich der Stadtrat am Mittwoch dennoch an die keltischen Wurzeln der Domstadt – und leistet nun ebenfalls Widerstand: So wurde erstens der vom Rechnungshof eingeforderte Entfall der Essenskostenbefreiung für Schüler der Geschwister-Scholl-Förderschule abgelehnt. Gleichermaßen votierte der Stadtrat für den Beibehalt eines ermäßigten Verpflegungskostenbeitrages an Wormser Ganztagsschulen für Kinder mit Anspruch auf Lernmittelfreiheit. Der Stadtrat stelle sich also ein zweites Mal gegen eine Forderung der kommunalen Aufsichtsbehörde.
„Wir sind vom Rechnungshof immer wieder genötigt, solche Dinge in den Gremien zur Abstimmung zu bringen“, sagte der Beigeordnete Timo Horst im Verlauf der Sitzung. Die Beschlussvorlage habe er gemeinsam mit Oberbürgermeister Adolf Kessel nur widerwillig unterschrieben, hatte Horst bereits im vorangegangenen Haupt- und Finanzausschuss verraten. Entsprechend dankte er allen Ratsmitgliedern für ihre Beschlüsse im Sinne der Familien und Kinder.
Allerdings wird der reguläre Beitrag zu den Verpflegungskosten für das Mittagessen an den Ganztagsschulen der Stadt Worms ab Schuljahr 2025/26 auf 4,10 Euro pro Mittagessen und ab Schuljahr 2026/27 auf 4,40 Euro pro Mittagessen erhöht werden.
Unter dem Vorbehalt der zur Verfügung stehenden Mittel und der haushaltsrechtlichen Genehmigung stimmte der Stadtrat zu, das Nibelungenthema im Zeitraum der Schließung des Nibelungenmuseums kurzfristig im Museum Andreasstift weiterzuführen und dort zu präsentieren.
Ein externes Büro soll ein Gesamtkonzept für die Dauerausstellungen des Museums am Weckerlingplatz erstellen, welches auch den Aspekt eines längeren Verbleibs der Nibelungen im Andreasstift analysiert und bewertet. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, die aktuelle Marktlage für das Gebäude des Nibelungenmuseums zu ermitteln. Dabei sollen sowohl Verkauf als auch etwa Erbpacht berücksichtigt werden. Der Zugang zur Stadtmauer und den Stadtmauertürmen soll Dritten nicht eingeräumt werden. Sobald der Markt erkundet worden ist, obliegt es dem Stadtrat, über die Zukunft des Nibelungenmuseums am bisherigen Standort zu entscheiden.
Ferner beschlossen die Mitglieder des Stadtrates u.a., überplanmäßig 180.000 Euro für den Grunderwerb unbebauter Grundstücke bereitzustellen, um mit diesen über Ausgleichsflächen für Bauvorhaben zu verfügen.
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