Die Steuerpläne der Bundesregierung werden die Städte und Gemeinden voraussichtlich 13,5 Milliarden Euro kosten. „Damit widerspricht die Koalition sich selbst: Sie wollte den Kommunen helfen, statt ihre Krise weiter zu vertiefen“, gibt die Pressestelle der Stadt Worms die geteilte Position des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ wieder.
Das Aktionsbündnis – Mitglied ist u.a. die Stadt Worms – fordert die Bundesregierung auf, ihre Zusagen aus dem Koalitionsvertrag einzuhalten. Dort heißt es: „Bei Gesetzen, die die Kommunen betreffen, prüfen wir ab sofort die Kommunalverträglichkeit mit Blick auf finanzielle und organisatorische Auswirkungen unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände.“ Dieses Versprechen droht mit dem geplanten „Investitions-Booster“ gebrochen zu werden.
Unter diesem Titel hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ein Wachstumsprogramm für die deutsche Wirtschaft vorgestellt. Es sieht zusätzliche Abschreibe-Möglichkeiten für Unternehmen, eine Senkung der Körperschaftssteuer sowie eine Förderung von E-Mobilität und Forschung vor. Für die Kommunen bedeutet dieses Paket Steuer-Mindereinnahmen von 13,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029. Eine Kompensation ist bisher nicht vorgesehen.
„Der Investitions-Booster darf nicht zu Lasten der Kommunen gehen. In Berlin muss endlich der Satz ,Wer bestellt, bezahlt‘ gelten“, sagen Martin Murrack und Silke Ehrbar-Wulfen, Sprecher von „Für die Würde unserer Städte“, dem Zusammenschluss der finanzschwachen Städte und Gemeinden. Die zusätzlichen Steuermindereinnahmen führen sonst zu einem „Investitionsdesaster“ für die Kommunen, die dann auch weniger bei der Wirtschaft bestellen werden. Das Aktionsbündnis erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit den Forderungen der kommunalen Spitzenverbände.
„Für die Würde unserer Städte“ sieht zwar die Notwendigkeit wirtschaftlicher Entlastungen, um wieder auf einen Wachstumskurs mit steigenden Steuereinnahmen zu kommen. Die Steuerpläne treffen jedoch auf die ungelöste Finanzkrise der Kommunen. Sie haben im vergangenen Jahr in ihren Kern- und Extra-Haushalten ein Defizit von 24,8 Milliarden Euro verzeichnet. Dieser Negativ-Trend hält an. Zudem leiden die finanzschwachen Städte und Gemeinden unter Altschulden von rund 35 Milliarden Euro, die ganz überwiegend Bund und Länder zu verantworten haben.
So zügig, wie die Bundesregierung die Wirtschaft entlasten will, so entschlossen und schnell muss sie auch den Kommunen helfen – und zwar durch folgende Schritte, wie das Aktionsbündnis findet:
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