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Fr., 29. November 2013, 23:59 Uhr
Wormatia Worms empfängt Kickers Offenbach: Anpfiff heute um 14 Uhr in der EWR-Arena / Spitzenspiel war gestern – jetzt herrscht Existenzkampf pur
Ja, ist denn schon Weihnachten? Gibt es heute ein unerwartetes Geschenk für die VfR-Fans?
Eine offensive Ausrichtung, wie diese Eugen Gopko im letzten Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach zeigte, sollten sich die Wormaten auch beim Heimspiel gegen die Offenbacher Kickers zu Herzen nehmen. Die Abwehrarbeit aber bitte nicht vernachlässigen!Foto: Klaus Diehl
VON KLAUS DIEHL Ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga Südwest macht deutlich, dass es beim VfR Wormatia fünf Minuten vor Zwölf ist.
Ganze 12 Punkte aus 17 Spielen stehen nach der Vorrunde auf dem Konto. Da taucht auch die bange Frage auf: Kann der Klassenerhalt noch erreicht werden? In den 17 Spielen der Rückrunde, wozu heute zum ersten Spiel der Traditions- und Kultverein Kickers Offenbach um 14 Uhr in die EWR-Arena kommt, sind noch 51 Punkte zu vergeben. Bisher nur ein Sieg, neun Unentschieden und sieben Niederlagen, lassen die Hoffnungen nicht gerade in üppige Höhen wachsen. Auch der im Oktober als Nachfolger des aus persönlichen Gründen zurückgetreten Trainers Stefan Emmerling verpflichtete und in solchen Situationen erfahrene Hans-Jürgen Boysen, kann noch keinen Sieg mit seiner Mannschaft vorweisen. Hinzu kommt das Pokalaus in Waldalgesheim.
Der Trainer steht ja auch nicht auf dem Platz, sondern an der Außenline und versucht alles, um seine Truppe auf Vordermann zu bringen. Er ist aber verantwortlich dafür im Laufe der Woche alles dafür zu tun, eine entsprechende kampfstarke und mit unbedingtem Siegeswillen beseelte Elf auf den Platz zu schicken. Die letzten zwei Spiele mit dem 1:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach und trotz des 0:4 beim FSV Mainz 05 ergaben erste zartrosa Spuren am dunklen Wormatia-Horizont. Beide Spiele waren zu gewinnen, doch im konsequenten Abschluss hapert es noch immer. Auch Pech war dabei und in Mainz kam hinzu, dass man sich in der Endphase des Spiels jede Menge Fehler erlaubte, die 05-Torjäger Petar Sliskovic zwischen der 74. und 86. Minute seinen sauberen Hattrick zum 0:4 ermöglichte. Dumm gelaufen? Nein, schlicht und einfach dilettantisches Defensiv-Verhalten. Die Wormaten waren bis dahin eigentlich sehr präsent und machten das Spiel, doch die 05er lauerten auf Fehler der Wormaten und konterten eiskalt. Dieses Manko hat Trainer Hans-Jürgen Boysen diese Woche im Training angesprochen, inwieweit es was genutzt hat, wird das heutige Spiel gegen die Kickers vom ruhmreichen Bieberer Berg zeigen.
Ein Patentrezept für das Toreschießen hat auch der Wormatia-Coach nicht. Das weiß er selbst wohl am besten und versucht in vielen Gesprächen den Knoten zu lösen, damit seine Offensive einfach mit mehr Selbstvertrauen in Richtung gegnerisches Tor agiert und „Killerinstinkt” beweist. Hans-Jürgen Boysen hat in den letzten zwei Spielen nicht unwesentliche personelle Einschnitte vorgenommen. So blieb der gut haltende Lucas Menz im Tor, obwohl Rainer Adolf als die eigentliche Nummer eins nach seiner Knöchelverletzung wieder fit ist. Spieler wie Tim Bauer, Sandro Rösner, Markus Müller saßen in Mainz auf der Bank, ein mit viel Vorschusslorbeeren verpflichteter Carsten Sträßer gehörte noch nicht einmal zum Aufgebot. Der gegen Großaspach einen hoffnungsvollen Einstand gebende Joungster Björn Weissenborn konnte wegen einer Hand-Operation nicht eingesetzt werden. Inwieweit dies heute mit einer Bandage möglich sein könnte, bleibt abzuwarten.
Der Wormatia-Coach zweifelt nicht an den fußballerischen Fähigkeiten dieser Bankdrücker, doch Trainingseindrücke, körperlicher und mentaler Zustand, sind für den Wormatia-Coach wichtige Elemente für einen Spieler, um in die Startelf aufzurücken. Adam Jabiri und Lucas Oppermann sind nach ihrer langen Verletzungspause noch nicht ganz soweit für 90 Minuten und stehen als erste Alternativen für Einwechslungen bereit. Dazu zählt auch Jonathan Zinram, der aber taktisch noch Lernbedarf hat. Freude bereiten dem Wormatia-Coach da schon mehr die jungen Spieler wie Eugen Gopko und Benjamin Himmel, die sich mit großem Einsatz einen Einsatz in der heutigen Start-Elf verdient haben.
Keine Geschenke für den Ex-Trainer
Offenbach, das mit dem 3:0-Sieg gegen Pfullendorf am letzten Spieltag eine Negativserie von acht Spielen beendete, reist auf dem 12. Platz liegend mit 21 Punkten an. Da versteht es sich fast von selbst, dass der OFC heute gar zu gerne drei weitere Punkte mitnehmen möchte, um die Distanz zu den Wormaten auf 12 Zähler zu erhöhen. Andererseits wäre ein Dreier für die Wormaten – und zum Abschluss auch bei der U23 der Frankfurter Eintracht –, schon ein wichtiges Ziel, um mit mehr Erfolgsaussichten in das Jahr 2014 zu starten und den Klassenerhalt zu packen. Die bedingungslose Unterstützung der Wormatia-Fans spielt eine große Rolle. Alla Wormatia, packen wir es an und vertrauen nicht darauf, dass die Offenbacher ihrem früheren Trainer Hans-Jürgen Boysen, der die Kickers zweimal in die 2. Liga führte, aus Dankbarkeit die Punkte überlassen.