
Von Florian Helfert › Der baufällige Schiefer auf dem Dach der Bergkirche St. Peter in Worms-Hochheim hat seinen Zenit schon längst überschritten, sodass das Gotteshaus neu eingedeckt werden muss.
„Wenn das Gerüst dann schon einmal steht, würden wir am liebsten auch gleich die Fassade sanieren, um den Gerüstbau und dessen Kosten nicht zweimal zu haben“, so Architekt Jörg Metz von der Bauabteilung der Evangelischen Gesamtgemeinde Worms. Bei geschätzten Kosten von knapp über 700.000 Euro für eine Altdeutsche Schieferdeckung, deren Decksteine zum First hin immer kleiner werden und das Dach optisch verschlanken, sowie weiteren rund 500.000 Euro für eine sanierte Fassade, seien die Maßnahmen in einem Rutsch finanziell allerdings leider nicht zu stemmen.
Foto: Florian Helfert
Umso mehr freut sich die Kirchengemeinde darum über die Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Sie stellt dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der gemeinwohlorientierten Lotterie GlücksSpirale 40.000 Euro zugunsten einer der ältesten Kirchen in Worms bereit. Den symbolischen Förderscheck zur Schieferdeckung überbrachte am Donnerstag Robert Sommer, Ortskurator Mainz der DSD, im Beisein von Thomas Kirsch von Lotto Rheinland-Pfalz.
„200 Jahre lang hat niemand festgestellt“, so Pfarrerin Yvonne Siegel-Körper zur Vorgeschichte der anstehenden Maßnahme, „dass das Dachgebälk saniert werden musste“. Bei diesen Arbeiten habe man dann festgestellt, dass der Schiefer auf dem Dach ebenfalls ein Bauvorhaben nach sich ziehen werde.
Der für die Planung und Bauleitung verantwortliche Bauingenieur Harald Jansohn freut sich indes auf die gestellte Aufgabe, denn wenn der altehrwürdige Sakralbau erst einmal wieder nach jahrhundertealter Handwerkskunst neu eingedeckt ist, wird die Bausubstanz des Gotteshauses für lange Zeit wieder gegen Wind und Wetter gut gerüstet sein.
Als eine der ältesten Kirchen in Worms besitzt die evangelische Bergkirche St. Peter im Ortsteil Hochheim nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überregionale Bedeutung. Krypta und Teile des Turms gehen bis auf das Jahr 1010 zurück.
Der Bau der evangelischen Bergkirche St. Peter geht in seinen ältesten Bauteilen – den drei unteren Geschossen des Westturms und der Krypta – in frühromanische Zeit zurück. Die beiden oberen Turmgeschosse wurden um 1200 errichtet. Das Kirchenschiff stammt aus dem Jahr 1609. 1964 fügte man einen neuen Chor an.
Es handelt sich um einen Saalbau, mit Maßwerkfenstern und hohem Satteldach sowie einem Westturm. Unter dem Ostteil der Kirche befindet sich eine kreuzgewölbte Krypta mit vier Säulen mit Würfelkapitellen. Die Kirche ist aufgrund des hohen Alters des Gründungsbaus bedeutsam, aber ebenso wegen der ehemals hohen liturgischen Bedeutung der Bergkirche im Zusammenhang mit der „Wormser Kirchenfamilie“, die im Pfälzischen Klosterlexikon beschrieben wird.
Beitrag aus der Rubrik