Mo., 04. November 2013, 16:13 Uhr
Dekanatskirchenmusikerin Ellen Drolshagen wird für langjähriges Wirken geehrt
Kompetenz und Beharrlichkeit
Jedes Jahr verbindet die Dreifaltigkeitsgemeinde in Worms den Reformationsgottesdienst mit einem besonderen gemeindlichen Ereignis. Dieses Mal galt es, die Dekanatskirchenmusikerin Ellen Drolshagen, die seit zwanzig Jahren ihren Dienst in der Dreifaltigkeitsgemeinde versieht, im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes zu ehren.
In der Festpredigt über Jesaja 62 schlug Dekan Harald Storch den Bogen von den Wächtern und Mahnern Zions auch zur Musik, die Gott nicht nur lobpreise, sondern ihm auch beharrlich in den Ohren liege mit ihrer Bitte um Erlösung der Schöpfung. In diesem Sinne könne auch Ellen Drolshagens intensives musikalisches Wirken verstanden werden. Pfarrer Volker Fey zeichnete in seiner Laudatio den Lebensweg Ellen Drolshagens nach. Geboren wurde sie 1957 in Wuppertal. Sie habe Schweres in doppelter Hinsicht erlebt, sagte er, die schwere Sehbehinderung sowie den frühen Unfalltod des Vaters. „Doch du hast durchgehalten“, sagte Fey. Nach dem Studium an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford legte Drolshagen 1984 das A-Examen ab. Nach siebenjähriger Tätigkeit in Oldenburg/Holstein führte sie dann ihr Weg nach Worms. Seit dem 1. Januar 1993 ist sie dort Dekanatskirchenmusikerin. „Jeden Sonntag erfreust du uns mit deiner Fähigkeit zur Improvisation. Du kannst Stimmungen und Eindrücke unmittelbar in Musik umsetzen“, rühmte Fey die Jubilarin und lobte ihren musikalischen Witz, ihre Präsens und ihre fachliche Kompetenz.
Jubiläumsurkunde überreicht
Nach Überreichung der von Dreifaltigkeitsgemeinde und Bachchor ausgestellten Jubiläumsurkunde überbrachte Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum die Urkunde des Kirchenpräsidenten und ging näher auf Ellen Drolshagens Wirken ein, das mit Haydns „Schöpfung“ einen ersten Glanzpunkt gesetzt habe. In den folgenden Jahren habe die Kantorin mit dem Bachchor, dem Projektchor „Cantus Novus“ und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Orchestern und Solisten viele klassische und moderne Chor- und Orchesterwerke zu Aufführung gebracht, unter anderem Jakob Vinjes Luther-Oratorium. Auch habe sie mit der „Orgelmusik zur Marktzeit“ ein neues, anspruchsvolles Format geschaffen.
Dr. Dietrich Schuberth, Kirschbaums Vorvorgänger im Amt, der erlebt hatte, wie sich Drolshagen trotz hervorragender musikalischer Kompetenz wegen ihrer Sehbehinderung oft vergeblich beworben hatte, freute sich, dass man in Worms ihre Fähigkeiten erkannt hatte: „Hier fühlt sie sich wohl und hier fühlt man sich wohl mit ihr“. „Du beschenkst uns immer wieder“, dankte Dr. Peter Diehl, Sprecher des Bachchors, seiner Chorleiterin und schilderte humorvoll, wie man sich eine Chorprobe vorzustellen hat. Ellen Drolshagens fröhlichem Temperament sei das harmonische Mitarbeiter so vieler unterschiedlicher Menschen geschuldet.
Wunder Gottes als Frage der Logistik
Und dann kam die Jubilarin selbst zu Wort. „Aufgrund der vielen Vorurteile war es ein schwieriger Weg bis Worms“, gestand sie, „die Wunder Gottes sind einfach eine Frage der Logistik. Ich hatte und habe die richtigen Menschen getroffen.“ Dabei wandte sie sich auch ganz direkt an ihre Mutter, die sie auf dem schwierigen, aber letztlich erfolgreichen Weg durch Schule, Studium und Stellensuche immer unterstützt habe. „Ohne dich wäre ich jetzt nicht hier“. Bewegend geriet ihre Deutung des Chorals aus dem Elias: „Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig werden“. „Für mich ist das etwas sehr Diesseitiges und hat mit erfüllter Verheißung zu tun. Dieser Glaube definiert auch mein Leben“. So war dieses Lied, gesungen vom Bachchor, begleitet von Kyung-A Glaser-Yu am Klavier, denn auch der Höhepunkt dieses Festgottesdienstes.