Zur ersten Kräuterwanderung in Osthofen hatte Stadtbürgermeister Wolfgang Itzerodt die Wingertshexen eingeladen.
Bei strahlendem Wetter traf sich die 17-köpfige Gruppe an der Streuobstwiese in der Herrnsheimer Straße, wo es zur Begrüßung ein köstliches Getränk aus Holunderblütensaft und Sekt gab. Im Zusammenhang mit dem Getränk informierte Itzerodt über die Verwendung von Holunder, der in der Region üppig zu finden ist.
Fröhlich machte man sich dann auf den Weg durch das Sommerried bis zur Gänsewiese, um bei gemütlichem Wandern mit Fachmann Itzerodt zu entdecken und zu sammeln, was die Gegend zu bieten hat. Die lustigen Damen erfuhren dabei die Wirkung bestimmter Kräuter wie des Spitzwegerichs, der schleimlösend wirkt, und über die Verwendung von Wildkräutern in der Küche. „Beim Sammeln in freier Natur ist es wichtig zu wissen, welche Kräuter genießbar sind“, betonte Itzerodt.
Bunter Salat nach Wanderung
Für den bunten Salat, den man nach der zweistündigen Wanderung unter der Anleitung von Wanderführer und „Küchenchef“ Itzerodt zubereitete, wurden beispielsweise die frischen Triebe und Blätter der Schafgarbe gesammelt, die Pimpernelle, die einen gurkenähnlichen Geschmack hat, die Brennnessel oder die „Wilde Möhre“. Dekorativ wirkten die blauen Blüten des schmackhaften „Gundermann“, die Gänseblümchen und die Blütendolden des Löwenzahns, dessen Blätter ebenso dem vorbereiteten Kopfsalat beigemischt wurden.
Jetzt war auf der Streuobstwiese gemütliches Beisammensein angesagt, bei dem man sich den pikanten Wildkräutersalat mit Weißbrot schmecken ließ. Dazwischen gab es auch lustiges Wildkräuterraten und viel Wissenswertes, das Itzerodt unterhaltsam und mit Humor vermittelte.
„Heute sind in unserer Region die Wildkräuter nicht mehr in dem Umfang zu finden wie früher“, sagte er und wies auf die vielfältigen Möglichkeiten der Verwendung zu früherer Zeit in der Küche oder der Herstellung von Medizin hin. „Mit den Kräuterwanderungen möchte ich vor allem der jüngeren Generation zeigen, was die Natur zu bieten hat. Wir müssen auch wieder lernen, diese Dinge wahrzunehmen.“