So., 17. November 2013, 14:43 Uhr
Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Friedhof Rheindürkheim
„Lassen sich Kriege verstehen?“
Im Anschluss an den Vortrag des Gedichtes „Der November“ von Erich Kästner durch die Konfirmandin Nena Dörlam begrüßte Klaus Martin die Anwesenden zur Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Rheindürkheimer Friedhof. Levin Thiede, Celina Daum, Oliver Schuh, Martina Ahrens und Günter Junck verlasen einige Namen der 131 gefallenen und vermissten Rheindürkheimer Soldaten des Zweiten Weltkrieges.
In ihren Gedanken zum Volkstrauertag stellte Pfarrvikarin Claudia Sattler den Aufruf der im Krieg aufwachsenden neunjährigen Marie in den Mittelpunkt: „Es soll niemals vergessen werden, was Krieg ist!“ Wenn sich auch die Menschen nicht an alles erinnern könnten, so glaubt die Pfarrvikarin, dass Gott alle Tränen gesehen, allen Kummer gespürt, alle Angst geteilt und alles Unrecht mit erlitten habe. Bei Gott werde nichts vergessen, weil er nach Frieden sinnt und nach Gerechtigkeit. Nach dem ewigen Frieden, den wir hier auf der Erde nie ganz erreichen und doch danach streben sollten.
Mit dem Gedichtsvortrag „Lassen sich Kriege verstehen?“ machte die Konfirmandin Friederike Kessel das Unverständnis von Krieg mit all seinen schrecklichen Folgen und unfassbaren Leiden deutlich.
Das Mitgefühl mit dem Leid der Menschen die während der Kampfhandlungen um ihr Leben fürchteten, die getötet wurden, die in Kriegsgefangenschaft, in Konzentrationslagern oder Ghettos ermordet wurden, die auf der Flucht , in den Bombennächsten oder im Exil ums Leben kamen, machte Ortsvorsteher Adolf Kessel zum Kern seiner Ansprache. Mit den Worten von Theodor Heuss: „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe. Frieden zwischen den Menschen, Friede zwischen den Völkern“, legte Kessel zum Gedenken an die Opfer und zur Mahnung der Lebenden im Auftrag der Stadt Worms einen Kranz nieder.
Der Männergesangverein Rheindürkheim und der Kirchenmusikverein Osthofen gaben der Veranstaltung einen würdevollen musikalischen Rahmen.
Klaus Martin, der die Veranstaltung organisierte, bedankte sich bei allen Mitwirkenden und bat um Spenden für die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Sammlung erbrachte den stattlichen Betrag von 291,50 Euro.“