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  • Fr., 05. Juni 2026, 13:23 Uhr
    NIBELUNGEN-FESTSPIELE: Die Proben haben begonnen

    Mehr Aktualität geht nicht

    Künstlerischer Leiter Thomas Laue beim SWR-Team.
    Foto: Rudolf Uhrig

    Von Rudolf Uhrig › Die Nibelungen-Festspiele bringen 2026 das Stück „Die Hunnenkönigin“ (17. Juli bis 2. August) auf die Bühne vor dem Wormser Dom. Nachdem bereits seit Wochen Tribüne und Bühne auf der Nordseite aufgebaut werden, bilden der Platz der Partnerschaft auf der Westseite mit dem Container-Dorf einen eigenen kleinen Kosmos. Und auch der romantische Landschaftsgarten des Heylshofparks erfährt die alljährliche Transformation zum schönsten Theaterfoyer Deutschlands. Der Aufbau der Infrastruktur der Nibelungen-Festspiele 2026 ist also in voller Fahrt – und im Zeitplan. 

    Am Dienstag hat auch das Ensemble um Autor und Regisseur Oliver Lansley sowie Co-Regisseur James Seager von der renommierten Londoner Theatercompagnie „Les Enfants Terribles“, mit der die Nibelungen-Festspiele in diesem Jahr – erstmals überhaupt – eine „Kooperation“ eingegangen sind, seine Arbeit begonnen. 

    „Theatrale Achterbahnfahrt“

    Das Ensemble wurde von Petra Simon, Geschäftsführerin und Betriebsdirektorin, sowie Thomas Laue, dem Künstlerischen Leiter, begrüßt, der zudem nochmals die diesjährige „theatrale Achterbahnfahrt“ umriss.
    Kriemhild wird in diesem Jahr von Maria Drăguș, ihr Mann, der Hunnenkönig Etzel, von Aram Tafreshian verkörpert. Zum hochkarätigen Ensemble gehören zudem Jeanette Hain als Kriemhilds Mutter Ute, Heiko Raulin als Hagen, den er bereits 2022 spielte, und Vinzenz Wagner als Siegfried. Doris Lingenau wird als Brunhild (und nicht Brünhild, darauf hat man sich in diesem Jahr geeinigt) zusammen mit Nathan Bartman, Risha Silvera und Mareike Villnow im Tanzensemble für ganz neue Stilelemente sorgen. Auch wartet „Die Hunnenkönigin“ mit zwei „neuen Figuren“ auf; nämlich Miguel Torres Umba als Hawart und Anna Martine Freeman als Irnfried. 
    In der germanischen Heldensage und im Nibelungenlied sind Hawart von Dänemark und Irnfried, der Landgraf von Thüringen, zwei ausländische Fürsten und Verbündete am Hof des Hunnenkönigs Etzel. Gemeinsam ziehen sie in die verhängnisvolle Schlacht, die letztlich zum Untergang der Burgunden führt. Aber im blutigen Handgemenge im Festsaal sterben auch sie. Irnfried wird vom Burgunden Volker erschlagen, und Hawart findet durch die Hand Hagens den Tod.

    Weltpolitische Elemente

    Die Nibelungen-Festspiele nehmen unter der Intendanz von Nico Hofmann immer aktuelle und weltpolitische Elemente auf. So ist die diesjährige Inszenierung mit ihrem Mix aus großem Schauspielertheater, Zirkuselementen, Magie und Puppenspiel mehr als eine Metapher im politischen Ränkespiel. Im Mittelpunkt stehen Kriemhilds unbarmherziger Rachefeldzug und ihr Streben nach Gerechtigkeit – selbst um den Preis, die Welt in Flammen zu setzen. Mehr Aktualität geht nicht. 
    Auch die musikalische Ausrichtung, die es schon immer auf der Bühne vor dem Dom gab, wird durch die britische Songwriterin und Sängerin Alice Merton und den Komponisten Alexander Wolfe noch intensiver und tiefer. Das Duo wird mit dem Cellisten Jakob Rotens, Michael Fischer am Schlagwerk sowie Mya Andrey an den Tasten des Keyboards verstärkt, das Drama auf der Bühne live zu performen. 

    Dynamischer Erlebnisraum

    Thomas Laue, der bereits zum Abschluss der Festspiele 2025 für 2026 etwas ganz Großes und Einmaliges ankündigte, sollte bis hierhin recht behalten, denn Bühnenbildner Sean Turner gestaltet die Szenerie als einen dynamischen Erlebnisraum. Insofern werden erstmals zusätzliche Sitzplätze direkt auf der Hauptbühne aufgebaut, um dem Publikum ein hautnahes Erlebnis zu ermöglichen.
    Zum Probenbeginn waren auch nun die von Susan Kulkarni entworfenen Kostüme in Form von Zeichnungen und Skizzen zu sehen. Demnach wird es einen Mix aus archaischen Krieger-Elementen und futuristischer Mode sein. Ein weiteres Novum: Die Proben finden in englischer Sprache statt, die Aufführungen dann natürlich in Deutsch. 

    Hochkarätiges Begleitprogramm

    Zudem wird es ein sehr interessantes und hochkarätiges Kultur- und Begleitprogramm geben. U. a. am 18. Juli, an dem das „Zweite Demokratiegespräch der Nibelungen-Festspiele“ mit Julian Nida-Rümelin und Rüdiger Suchsland im Mozartsaal stattfinden wird. Das Rezitationskonzert „Landschaften“ von Roger Willemsen mit Maria Schrader, Franziska Hölscher und Lauma Skride lädt am 23. Juli ins Theater ein. Ebenso „Den Göttern in die Seele blicken“ mit Verena Altenberger und Mavie Hörbiger, begleitet von Clara Frühstück an zwei Klavieren am 1. August.

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