
Licht an, Heizung an – nicht in allen Haushalten in Worms klappt das problemlos. Viele können sich den Strom und das Heizen nicht leisten: In Worms leben nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mehr als 4.300 Menschen in Haushalten, die ihre Rechnungen beim Energieversorger nicht oder nicht pünktlich bezahlen können.
„Steigende Strompreise setzen die Menschen unter Druck. Wer in Worms für einen Niedriglohn arbeitet oder sogar nur den Mindestlohn bekommt, muss ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen. Wenn für diese Menschen Strom jetzt mehr und mehr zum Luxusgut wird, dann muss dringend etwas passieren“, sagt Guido Noll.
Der Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte – wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart – zu senken. „Der Effekt wäre sofort da: Mit geringeren Stromkosten könnte der Staat den Menschen prompt und wirkungsvoll unter die Arme greifen“, so Noll.
Darüber hinaus begrüßt die NGG Darmstadt und Mainz den vom Bund für das kommende Jahr bis 2028 geplanten vergünstigten Industriestrompreis von rund 5 Cent pro Kilowattstunde. Es sei jetzt allerdings entscheidend, welche energieintensiven Unternehmen nach dem Willen der Bundesregierung davon profitieren sollen. „Gerade auch die Lebensmittelindustrie hat einen hohen Energiebedarf. Das müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten jetzt gegenüber der Bundesregierung in Berlin deutlich machen. Auf jeden Fall ist es für die Ernährungswirtschaft in Worms und der Region wichtig, dass der Bund die Stromsteuer auch über das Jahresende hinaus senkt. Denn hohe Energiekosten dürfen keine Arbeitsplätze gefährden“, so Guido Noll. Insgesamt arbeiten in Worms allein in der Ernährungswirtschaft rund 450 Beschäftigte in 29 Betrieben, so die NGG Darmstadt und Mainz. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
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