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  • Fr., 22. November 2013, 17:58 Uhr
    Die 28-jährige Isabel Mehlmann führt die Grünen in die Kommunalwahl 2014 / Öko-Partei will Mandate verdoppeln und „Koalition” der beiden Großen brechen

    Mit junger Spitzenfrau und frischem Wind

     

    Von Links: Marcus Centmayer, Katharina Schmitt, Kurt Lauer, Hayrullah Dindas, Christian Diehl, Isabel Mehlmann, David Hilzendegen, Iris Weiß, Richard Grünewald und Michael Mahla. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Der Stadtverband von Bündnis 90/ Die Grünen hat am Donnerstagabend ihre Liste für die Kommunalwahl im Mai 2014 aufgestellt. Es wären nicht die Grünen, wäre es nicht etwas wild und chaotisch, dafür aber stets mit offenen, kritischen Diskussionen und absolut basisdemokratisch abgelaufen. Und das Ergebnis der Listenaufstellung  für die Wormser Stadtratswahl im Mai 2014 kann sich sehen lassen. Die Mannschaft ist stark verjüngt, hat viele neue Namen und ist zur Veränderung der politischen Landschaft in der Nibelungenstadt entschlossen. So formulierte Richard Grünewald in seiner Begrüßungsrede: „Wir stehen an der Stelle zum nächsten Level. Zurzeit haben wir nach der Trennung von Helmut Bauer drei Stadtratsmandate und wollen dieses Zahl bei der Kommunalwahl 2014 verdoppeln. Aber wir streben dies nicht an, weil wir machtgeil sind, sondern weil wir gestalten möchten und eine Alternative zur faktischen großen Koalition von CDU / SPD sein wollen.”

    Mit Spitzenfrau ins Rennen
    Die Listenaufstellung brachte viele neue Gesichter, gerade auf den vorderen, aussichtsreichen Plätze. Zur Spitzenkandidatin wurde die 28 jährige Isabel Mehlmann von den 28 stimmberechtigten Mitgliedern mit 25 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen gewählt. Zu ihr gab es keine Gegenkandidatin. Isabel Mehlmann wohnt in Worms und hat auf dem Gauss-Gymnasium ihr Abitur gemacht. Nach der Schule war sie für ein Jahr als Aupairmädchen in Amerika, danach hat sie in den Niederlande erfolgreich internationale Politik studiert und arbeitete anschließend für ein Jahr bei einem Projekt in Indien. Zurzeit arbeitet sie bei der Landtagsfraktion der Grünen im Mainzer Landtag. Ihr Schwerpunkt sieht sie in einer nachhaltigen, langfristigen Stadtentwicklung, die im engen Dialog mit den Bürgern erfolgen soll. Sie strebe ein Politikkonzept aus Ökologie, Ökonomie und Stadtentwicklung an. Als weitere Themen sieht sie die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die Verkehrspolitik in Worms sei zu stark auf Auto ausgerichtet. Die Takte der Busse müssten erhöht und das Streckennetz verbessert werden. Zudem sollten Radwege quer durch die Stadt geführt werden.

    Viele neue Namen
    Den zweiten Platz auf der Liste nahm der 62 jährige grüne ”Dauerbrenner” Kurt Lauer ein. Er erhielt glatte 28 Ja-Stimmen. Um Listenplatz drei gab es eine Kampfabstimmung. Hier traten Richard Grünewald gegen David Hilzendegen an. Mit 15 gegen 12 Stimmen siegte der 23-jährige Student und  Vorsitzende der Wormser Grünen, David Hilzendegen. Auf Platz vier folgt dann Richard Grünewald, der vielen Bürgern als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) gegen das Gewerbegebiet am Hohen Stein bekannt ist.

    Auf Rang fünf wurde Katharina Schmitt mit 26 Ja-Stimmen gewählt. Platz sechs nimmt Marcus Centmayer ein. Er ist ein weiterer Sprecher der BI gegen das Gewerbegebiet am Hohen Stein. Er bekam 27 Ja-stimmen. Iris Weiß ist auf Platz sieben kommt ebenfalls aus der BI. Mit Hayrullah Dindas steht auf Platz acht ein Wormser Bürger mit Migrationshintergrund. Der 44jährige ist bei der türkisch-islamischen DITIB Gemeinde in der Hafenstraße aktiv. Hayrullah Dindas ist Seelsorger und arbeitet unter anderem bei den Kriseninterventionsteams der Wormser Polizei mit. Sein Hauptanliegen ist die Verbesserung der Bildungschancen für Migranten.

    Die Plätze neun und zehn nehmen Christian Diehl und Michael Mahla ein. Letztgenannter setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen den unabhängigen Kandidaten Jürgen Streib durch.

    Nur drei Frauen
    Das langjährige Grünenmitglied Herta Egli stellt die Frage, warum unter den ersten zehn Listenplätze nur drei Frauen seien. Richard Grünewald erklärte hierzu, dass es leider nicht gelungen sei, mehr Frauen zu finden, die sich auf den vorderen Plätzen aufstellen lassen wollte.  Katharina Schmitt ergänzte hier, sie habe den ganzen Sommer versucht, Frauen zu finden und zu motivieren, aber es habe sich keine weitere Frau zur Verfügung gesellt.

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