Die Region verfolgte den WM-Auftakt bei Public Viewing oder gemütlich Zuhause
Nibelungenland jubelt über 4:0
In Alsheim schauten Portugiesen und Deutsche gemeinsam das Spiel und hatte, die einen mehr, die andern weniger, ihren Spaß. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Bis kurz vor 18 Uhr herrschte auf den Straßen im ganzen Nibelungenland eine große Hektik und jeder versuchte noch rechtzeitig nach Hause oder vor eine Großleinwand zu kommen, um den Anpfiff beim Spiel Deutschland gegen Portugal nur ja nicht zu verpassen. Schlag 18 Uhr waren die Straßen dann wie leer gefegt und die Wormser City war fast ausgestorben. Ähnlich war es in den umliegenden Orten. Nur da, wo Fernsehapparate standen, scharten sich die Menschen. Und wer zu spät zum Bildschirm kam, "den bestrafte das Leben", denn bereits in der 11. Minute traf Thomas Müller mit einem Foulelfmeter zur 1:0 Führung für Deutschland. Das 2:0 durch Mats Hummels dann in der 32. Minute. Ein weiterer Schock für Portugal in der 37. Minute, als Pepe mit der roten Karte vom Feld geschickt wurde und die Männer im roten Trikot fortan mit nur zehn Spielern agieren durften. Die Vorentscheidung schließlich noch vor der Pause in der 46. Minute erneut durch Thoams Müller, als dieser zum 3:0 einschoss. Damit war das Match gelaufen. Die zweite Halbzeit war nur mehr Ergebnisverwalten und den Sieg über die Zeit bringen. Das 4:0 in 78. Minute durch den überragenden Mann des Matches, Thomas Müller, hatte nur mehr statistischen Wert.
Jubel und Tristesse
Was bei den deutschen Fans in Worms und Umgebung für grenzenlosen Jubel sorgte, stürzte die Anhänger des portugiesischen Teams in tiefe Tristesse. Wobei es für Portugal noch längst nicht vorbei ist, sondern es die Iberer mit Siegen über Ghana und die USA immer noch in die nächste Runde schaffen können.
Der Geschmack, wie man das Match verfolgte, war übrigens ganz unterschiedlich. Während die einen zum Public Viewing etwa auf Marktplatz oder an den Rhein strömten, schauten andere mit Kumpels in Kneipen oder luden Freunde in die heimischen vier Wände ein. Manch einer verfolgte die Partie auch alleine Zuhause mit, da er sich ganz aufs Spiel konzentrieren wollte. Und natürlich gab es noch eine Spezies, die "Totalverweigerer", die sich nichts aus dem Rundballsport und noch weniger aus der überteuerten Weltmeisterschaft machen. Sie nutzten die Zeit, für all die anderen schönen Dinge des Lebens nur eines taten sie ganz gewiss, sie gingen allem aus dem Weg, was mit Fußball zu tun hat. Wo dies nicht leicht, denn zurzeit stößt man nahezu überall auf die Weltmeisterschaft. Aber es soll sie geben, die Fußball-freien Refugien, eine Art Rückzugsräume für leidgeplagte WM-Verweigerer.
Deutsche und Portugiesen
Ein besonders schöne Art des "Fußball-Erlebens" fand in Alsheim statt. Denn dort schauten Deutsche und Portugiesen gemeinsam das Match, hatten Spaß, lachten und fluchten auch mal, taten aber in erster Linie das, was Sport erreichen soll, sie praktizierten Völkerverständigung. Was ausgezeichnet funktionierte. Und deutsches Bier, portugiesischer Wein, Süßspeisen aus Brasilien und deftige Snacks, Marke International, passen eben doch zusammen. Und vielleicht jubeln beim nächste Mal ja die Portugiesen, und es weinen die Deutschen, aber Hauptsache, man kommt gemütlich zusammen.