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  • Di., 15. September 2026, 09:57 Uhr
    LEICHTATHLETIK: Wormser Nachwuchs in Bad Ems statt auf der Kerwe

    „Nicht jeder Versuch muss perfekt sein“

    Die drei Wormser Talente schnitten bei den Verbandsmeisterschaften sehr gut ab.

    Am 13. September reisten drei Leichtathleten der Talentgruppe der TG Worms zu den Verbandsmeisterschaften nach Bad Ems. Trotz weiter Entfernung, Nieselregen und kühlen Temperaturen lieferten die jungen Athleten starke Ergebnisse ab. Dabei geht es nicht nur um den Sport allein, die regelmäßigen Wettkämpfe sollen die Kinder auch fit für ihr weiteres Leben außerhalb des Sports machen. Sie lernen früh, mit gesundem Leistungsdruck umzugehen. Wie das im sportlichen Alltag aussieht, zeigten die drei Wormser Talente auf ihre eigene Weise.

    Für das 14-jährige Toptalent Alexander Rodionov lief der Wettkampftag etwas anders als gewöhnlich ab. Er trat in der höheren Altersklasse U18 gegen bis zu drei Jahre ältere Athleten an. Trotzdem wäre ohne einen kleinen Stolperer im Startblock über 100 Meter (11,99 Sek.) sogar der Sieg drin gewesen – so wurde es ein hervorragender zweiter Platz. Über die 300 Meter (39,35 Sek.) lief er mangels männlichen Teilnehmern im Feld der älteren Mädchen mit. Sportwissenschaftlich zeigt sich hier die Bedeutung der Prozessorientierung: wer lernt, sich trotz unerwarteter Hindernisse oder ungewohnter Konkurrenz nur auf den nächsten Schritt zu konzentrieren, kommt auch später bei einer schweren (Prüfungs-)Situation besser zurecht.

    Nervenstärke und Biss

    Der 11-jährige Fabian Schustakowitz sicherte sich derweil mit 3,53 Metern einen dritten Platz im Weitsprung. Er bewies Nervenstärke und Biss. Genau in solchen Momenten greift die Entmystifizierung des Scheiterns: Im Sport lernen Kinder früh, dass nicht jeder Versuch perfekt sein muss und eine kleine Enttäuschung zwar kurz wehtut, das Leben aber weitergeht. Diese Erfahrung nimmt zukünftigen Schultests den Schrecken, senkt den Erwartungsdruck und lässt die Jugendlichen ihr Bestes geben.

    Stress-Gewöhnung

    Nikolai Plett holte über 75 Meter trotz eines schmerzhaften Wachstumsschubs in 10,75 Sekunden sogar den ersten Platz. Beim Weitsprung reichte es mit 4,54 Metern für einen zweiten Rang. Bei Wachstumsschüben von Kindern fällt die Leistung oft vorübergehend ab. Das Gehirn und das Nervensystem müssen die Bewegungsabläufe durch die veränderten Hebelverhältnisse erst neu koordinieren. Nikolai biss sich dennoch durch den Stress und die ungewohnte Körpersituation. Das ist gelebte Habituation (Stress-Gewöhnung): Wer im Wettkampf regelmäßig unter Druck steht, lernt das rasende Herz und das Adrenalin genau kennen. Bei einer späteren Klassenarbeit schockiert dieses Gefühl dann nicht mehr – der Körper schaltet nicht in den Panikmodus, sondern bleibt voll handlungsfähig.

    Ein Lob der Wormser ging am Ende an die Veranstalter an der Lahn: Wie schon im Vorjahr war der Wettkampf hervorragend organisiert!

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