
Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers war eine tief bewegende Erfahrung. An diesem Ort, an dem während der NS-Diktatur Menschen aus politischen, religiösen und anderen Gründen entrechtet, gedemütigt und gequält wurden, wurde dem Vorstand der SPD AG60plus einmal mehr bewusst, wohin Hass, Hetze und Gleichgültigkeit führen können.
Bei der sehr engagierten Führung von Frau E. Zeller erhielten die Besucher eindrucksvolle Einblicke in den Alltag der Gefangenen, in die Schicksale der Opfer und in die Aufarbeitung der Lagergeschichte nach 1945. Diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist zugleich Mahnung und Auftrag: Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit müssen immer wieder neu verteidigt werden.
Die damalige stillgelegte Papierfabrik wurde 1933 bis 1935 zur „Erziehungs- und Besserungsanstalt“ für bis zu 400 Häftlinge gleichzeitig. Prominentester Häftling der vielen Genossen war u.a. Carlo Mierendorff. Dem Gefangenen Max Tschornicki gelang mithilfe seiner Verlobten die Flucht aus dem Lager, jedoch wurde danach die Bewachung verstärkt und Sanktionen gegen andere Häftlinge und Misshandlungen vorgenommen. Die insgesamt 3.500 Häftlinge lebten unter den widrigsten Verhältnissen im Lager. Nach außen hin wurden sie gut behandelt, im Lager durfte keiner an Krankheiten, Hunger oder Misshandlungen durch die Wärter sterben. Vorher wurden diese nach Dachau oder andere Konzentrationslager deportiert.
Gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt wieder zunehmen, gilt mehr denn je: „Nie wieder“ ist keine Floskel – es ist die gemeinsame Verantwortung, jetzt zu handeln.