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  • Di., 15. September 2026, 11:03 Uhr
    IN STARRKER NOT: Stellvertretender ukrainischer Bürgermeister besucht Caritas in Worms / Weitere Unterstützung für Boryslaw geplant

    „Oft fehlt es am Nötigsten“

    Caritasdirektor Lars Diemer (links), Fachbereichsleiter Eric Niekisch (rechts) und Beata Juschak, Mitarbeiterin im Migrationsdienst und gleichzeitig bei Ukraine-Hilfe-Worms e.V. aktiv, empfingen Miron Zeitler bei seinem Worms-Besuchs im CaritasCentrum St. Vinzenz.
    Foto: Caritasverband Worms/Sandra König

    Seit mehr als vier Jahren hilft der Caritasverband Worms e.V. Menschen im westukrainischen Boryslaw und unterstützt die Hilfsgüter-Transporte des Vereins Ukraine-Hilfe-Worms e.V. Nun hat der stellvertretende Bürgermeister der 40.000-Einwohner-Stadt, Miron Zeitler, einen persönlichen Einblick in die Lage vor Ort gegeben. Er war für fünf Tage in Worms und der Region unterwegs, um sich mit Führungskräften aus Verwaltung, Tourismus und Wirtschaft auszutauschen. Diese Gelegenheit nutzte er, um sich im CaritasCentrum St. Vinzenz für die Unterstützung aus der Nibelungenstadt zu bedanken.

    Krieg und Inflation belasten

    2.600 Männer aus Boryslaw seien aktuell im Kriegseinsatz, 153 Soldaten seien gefallen, 40 schwerverletzt zurückgekehrt, mit oft bleibenden Schäden durch Amputationen oder Kopfverletzungen, dazu kommen zahlreiche Vermisste und Männer in Kriegsgefangenschaft. Dazu kommen Hunderte von Binnenflüchtlingen, die von den Kampflinien aus in der Region Schutz suchen – und eine Hyperinflation, die es selbst Gutbetuchten schwer macht, ihre Landsleute über einen so langen Zeitraum noch selbst zu unterstützen, erläuterte Miron Zeitler.

    Entsprechend dankbar zeigte sich Zeitler über die regelmäßige Hilfe, die aus der Nibelungenstadt ihren Weg nach Boryslaw findet. „Oft fehlt es den Menschen am Nötigsten, vor allem an Hygieneprodukten wie Windeln“, berichtete der stellvertretende Bürgermeister, in dessen Bereich neben den sozialen Aufgaben auch Bildung, Wirtschaft und Tourismus liegen. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass Sie uns nicht vergessen“, so der Ukrainer.

    Tiefe Betroffenheit

    Caritasdirektor Lars Diemer betonte, wie wichtig es dem Verband sei, zu helfen. Durch den persönlichen Kontakt würden die verheerenden Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Menschen viel greifbarer und berührten umso mehr. „Das ganze Leid, das der Krieg verursacht, macht tief betroffen“, erklärte Diemer.

    An der konkreten Arbeit der Caritas vor Ort, der sozialen und wirtschaftlichen Lage in Boryslaw und den Strukturen, auf die Helfer bauen können, zeigte sich der Caritasdirektor im weiteren Verlauf des Gesprächs sehr interessiert. Auch Fachbereichsleiter Eric Niekisch, in dessen Bereich die Migrationsdienste und die Ukrainehilfe fallen, hatte viele Fragen an Miron Zeitler. „Für uns war direkt bei Kriegsausbruch klar, dass wir helfen werden“, so Caritasdirektor Diemer – und das werde man auch weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Verein Urkaine-Hilfe Worms e.V. tun.

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