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Do., 12. März 2015, 10:43 Uhr
Stadtrat billigte am Dienstag das Projekt am Bahnhof mit einer großen Arztpraxis und medizinischen Versorgungsangeboten
Osthofen erhält ab 2016 ein Gesundheitszentrum
Von Gernot Kirch Immer mehr Ärzte schließen auf dem Land ihre Praxen und die Versorgung wird in einigen Gebieten in fünf oder zehn Jahren kritisch, wenn viele jetzt noch praktizierende Mediziner in den Ruhestand gehen. Osthofen hat es nun geschafft, den Trend für ihre Stadt umzukehren und wird ab dem Jahr 2016 ein Gesundheitszentrum in unmittelbarer Bahnhofsnähe auf dem Wander-Gelände erhalten. Dazu wird ein modernes Gebäude von vier Initiatoren errichtet, die auch die Inhaber sein werden. Dies sind der Architekt Jörg Deibert, der Apotheker Martin Fähndrich, der Steuerberater Markus Seibert und Dr. med. Carl Prieseter-Lasch. Der Osthofener Stadtrat stimmt in nicht-öffentlicher Sitzung am Dienstagabend dem Projekt mit großer Mehrheit zu.
Moderne Infrastruktur Das Gebäude des Osthofner Gesundheitszentrums (GO) wird über drei Geschosse sowie ein zusätzliches Dachgeschoss, das etwas zurückgesetzt ist, verfügen. Im Erdgeschoss wird eine Apotheke von Martin Fähndrich untergebracht sein, der bereits in Guntersblum sowie in Osthofen die “Rheinberg-Apotheke“ betreibt. Bezüglich der übrigen Fläche im Erdgeschoss werden von den Initiatoren bereits Gespräche geführt, aber es sind noch keine Mietverträge unterzeichnet und es werden noch Interessenten gesucht. Angedacht ist hier zwar ein Schwerpunkt bei Anbietern medizinischer Dienstleistungen und Produkte, wie etwa einem Sanitätshaus oder einem Optiker, aber auch „ganz normale Geschäfte“ sind hier willkommen.
Allgemeinmediziner Im ersten Stockwerk wird etwa auf der Hälfte der Fläche eine große allgemeinmedizinische Praxis beheimatet sein. Diese wird von den beiden Ärzten Dr. Dieter Emrich und Dr. Carl Priester-Lasch betrieben werden. Dr. Emrich ist Allgemeinmediziner aus Alsheim und hat dort eine Praxis. Die Praxis in Alsheim wird erhalten bleiben und die Gemeinschaftspraxis in Osthofen wird dazukommen. Der Partner von Dr. Emrich wird Dr. Carl Priester-Lasch, der zurzeit noch Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin am Katholischen Klinikum Mainz (KKM) ist. Dr. Carl Priester Lasch ist 36 Jahre alt und ist seit sieben Jahren Arzt. Er war unter anderem am Wormser Klinikum als Assistenzarzt im Bereich Innere Medizin tätig und ist in Worms heute noch als Notarzt im Einsatz. Darüber hinaus ist er der Arzt des Fußball- Regionalligisten VfR Wormatia Worms. Dr. Emrich und Dr. Priester-Lasch werden noch zwei weitere Ärzte in der Gemeinschaftpraxis beschäftigen. Die Gemeinschaftspraxis wird dann an den zwei Standorten Osthofen und Alsheim beheimatet sein.
Medizinische Keimzelle Die Praxis für Allgemeinmedizin von Dr. Emrich und Dr. Priester-Lasch im Gesundheitszentrum Osthofen soll jedoch nur die „Keimzelle“ für weitere Ärzte sein, die sich dort einmieten und praktizieren möchten. Der Netzwerkgedanke und Kooperationen wie in einem Ärztehaus stehen hier im Fokus der positiven Überlegungen. Denkbar sind unter anderem ein Orthopäde oder eine Augenarzt. Aber auch ein Physiotherapeut wären sinnvolle Ergänzungen. Die Initiatoren würden sich auch hier über Interessenten freuen.
Tagespflege und Betreuung Für das 2. Stockwerk sind betreuende Einrichtungen von Wohlfahrts- oder auch Sozialverbänden angedacht, um dem dem demographischen Wandel der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Vorstellbar sind hier etwa eine Tagespflege oder auch betreutes Wohnen. Wie dies genau aussehen wird, muss sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.
Zeitplan Mit dem positiven Stadtratsbeschluss vom Dienstag laufen die Planungen jetzt auf Hochtouren. Ein Schwerpunkt werden dabei Gespräche mit potentiellen Mietern sein. Zeitgleich werden die Bauplanungen vorangetrieben, denn es muss rasch gehen, da die Eröffnung des „GO“ bereits für das Jahr 2016 vorgesehen ist. Gegenüber dem Nibelungen Kurier hob Architekt Jörg Deibert, die große die Unterstützung von Stadtbürgermeister Thomas Goller (SPD) und Verbandsbürgermeister Walter Wagner (CDU) hervor. Thomas Goller hatte in einem Gespräch mit dem NK das Gesundheitszentrum als „Glücksfall für Osthofen" bezeichnet.
Der Entwurf für das Osthofner Gesundheitszentrum (GO) auf dem Wander-Gelände am Bahnhof.