JAHRESEMPFANG: Thomas Goller lobt die Entwicklung der Stadt
Osthofen wird jetzt auch „wow“
Beim Jahresempfang reflektierte Bürgermeister Goller die guten Entwicklungen in seiner Stadt. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › Am 24. Oktober 1970 wurde der Gemeinde Osthofen, die damals 6.732 Einwohner zählte (2022 9.736), durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz und späteren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Helmut Kohl, das Stadtrecht verliehen. „Und seit dieser Zeit, also nunmehr seit 53 Jahren, wird an diesem Tag, und zwar genau an diesem Tag der Erhebung zur Stadt gedacht. Es ist der ‚Nationalfeiertag‘ von Osthofen“, so Stadtbürgermeister Thomas Goller, der am Dienstagabend aus diesem Grund in den Bürgersaal des Schwanen rund 150 Bürgerinnen und Bürger einlud.
Nachahmer in Worms
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Mit jenem denkwürdigen Satz begann Goller den Abend mit Bezug zur Technik, denn Videos, Bilder und Power Point-Präsentationen folgten nach der Begrüßung zahlreicher Ehrengäste. Klar, da flog die Drohne über das Wonnegaustädtchen, zeigte es umgeben von Weinbergen und Grün, gefolgt von einem Privatvideo von Lilly Ritscher, die Gollers „Lieblingskind“, die Weinmeile, in vielen Facetten zeigte. Natürlich die Steilvorlage für den Stadtchef, seinen „Seitenhieb“ auf Worms „loszulassen“, denn die Strahlkraft dieses seines Festes habe nun auch Worms erreicht und Nachahmer gefunden, meinte Goller.
Auf die Vinothek und die Weinlounge verwies er und dass es schon sehr, sehr viele Buchungen mit Führungen etc. gegeben hat, in 2023 weit über 400. Er selbst habe bereits in diesem Jahr bei rund 130 Veranstaltungen teilgenommen, „also die Osthofener sind aktiv“, stellte Goller fest. Was Goller auch wichtig war und ist, ist die Stadtentwicklung mit vielen Strukturfacetten, aber auch die Infrastruktur generell. Insofern verwies er voller Stolz auf den neuen Platz in der Stadtmitte vor der Volksbank, der im Frühjahr begrünt wird. Ob im Video und in Bildern, der Platz der an der kleinen Kirche liegt Goller besonders am Herzen. Immer wieder verwies er auf diesen zentralen Punkt, dessen Neugestaltung sensationell gelungen sei, denn er belebe und bereichere das gesellschaftliche Leben in Osthofen, ob beim Weihnachtsmarkt oder der Weinmeile.
Große Pläne für die Zukunft
Das größere oder überhaupt größte Projekt stünde aber im nächsten Jahr an: der teilweise Rückbau des Wahrzeichens der Stadt, des Schillturms. Seit 150 Jahren habe die Mälzerei Schill das Stadtbild mit dem hohen Silo und den umliegenden Hallen geprägt, jetzt gelte es, die Antennenmasten zu entfernen, neu aufzustellen und den Turm als solches – ähnlich wie in den 60er-Jahren – umzugestalten. Dies könne in den kommenden Jahren erfolgversprechend gelöst werden. Bis 2030 soll das gesamte Areal der „neuen Mitte Osthofens“ erschlossen und komplett autofrei sein. Denn eine riesige Tiefgarage soll entstehen.
Eine Grundschule und ein Skaterpark für Drei- bis 50-Jährige werde auf dem Platz an der Wonnegauhalle entstehen. Im Prinzip also insgesamt ein „Zentrum“ für die Jugend und Jugendliche. Ein Radweg nach Worms-Nord ist in Planung und die 168 Straßen Osthofens werden in 2024 komplett mit Glasfasern für ein schnelles Internet präpariert sein; „50 Prozent“, so Goller, „sind schon geschafft“. Das Haus in der Waaggasse 13 werde abgerissen und somit direkte Zuwegungen zur Nord-Südachse geschaffen. Ein Park & Ride-Parkplatz ist in unmittelbarer Bahnhofsnähe geplant. Und das neue Gewerbegebiet in Nestlé-Nähe sei ebenfalls in Planung, so Goller.
Goller galoppierte zwischen Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Osthofen sei dem „KKP“, dem Kommunalen Klimaplan beigetreten, ein Regenrückhaltebecken sei an der alten Turnhalle vorgesehen und der Dreckweg-Tag habe mit nahezu 100 aktiven Teilnehmern einen neuen Rekord erfahren. In 2023 gab es, so Goller, viele Vereinsjubiläen. Ab und an mal unterbrochen von den musikalischen Beiträgen des Saxophon-Ensembles des Kirchenmusikvereins Osthofen e.V. „raste“ der Stadtchef von Erfolgsmeldung zu Erfolgsmeldung von Planung und Realisierung.
Klaus Mehring, der stellvertretend für den Landrat der Kreisverwaltung Alzey-Worms Grußworte entbot, hatte die Entwicklung Osthofens ebenso genau im Blick, denn nicht nur, dass Osthofen im Landkreis eine wichtige Rolle spiele, vermittelte er, er selbst ist Bürger der Stadt.