Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) hat das Patientenaufkommen der Mobilen Arztpraxis in Worms-Neuhausen analysiert, welche seit Anfang Juli als Übergangshilfe eingesprungen ist (der NK berichtete). Hintergrund ist, dass die angestammte Hausärztin Dr. med. Manuela-Brigitte Hanisch leider so stark erkrankt ist, dass sie ihre Praxis in der Gaustraße nicht mehr fortführen konnte.
Wie Ortsvorsteher Uwe Merz jetzt informieren muss, wird jedoch aufgrund der aktuell geringen Nachfrage der wöchentliche Einsatz der Mobilen Arztpraxis ab September auf einen Tag (Montag) reduziert. Ein Arzt beziehungsweise eine Ärztin ist in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr für Patientinnen und Patienten da. Vorher war der Besuch montags und mittwochs möglich.
„Vielleicht hat dies ja auch den positiven Hintergrund, dass viele Bürgerinnen und Bürger tatsächlich einen ‚neuen‘ Hausarzt gefunden haben. Zweite Möglichkeit: Die Bürgerinnen und Bürger wissen gar nicht, dass es in Neuhausen solch ein Angebot gibt, zu der jeder Wormser gehen kann!“, so Ortsvorsteher Uwe Merz. Gleichwohl bleibe das grundsätzliche Problem, dass Worms zu wenige Hausärzte habe. Außerdem sind gemäß Zahlen des Statistischen Bundesamtes deutschlandweit 41 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte 60 Jahre oder älter – und werden damit in absehbarer Zeit aus dem Berufsleben ausscheiden.
„Die Mobile Arztpraxis kann als Überbrückung bei kurzfristigen Versorgungsengpässen in der hausärztlichen Versorgung dienen“, hatte Sanitätsrat Dr. Peter Heinz, Vorsitzender des Vorstands der KV RLP, bereits Ende Juli klargestellt (der NK berichtete). Doch mit der im Betrieb nicht kostendeckenden Mobilen Arztpraxis könnten die KV RLP, die regionale Ärzteschaft und die Kommunen etwas mehr Zeit gewinnen, um tragfähige Lösungen zu finden und die medizinische Versorgung wiederherzustellen.
„Die Mobile Arztpraxis ist jedoch keine Dauerlösung für die ambulante Versorgung und kein Mittel, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken“, so Dr. Heinz. Hier müssten sich andere Bedingungen wie die Bedarfsplanung, die überbordende Bürokratie und die Budgetierung ändern.
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