
Wenn gleich zwei städtische Dezernenten zu einem frühen Ortstermin erscheinen, kann es eigentlich nur um ein Projekt gehen, das für die Stadt von besonderer Bedeutung ist und das vor allem auch nur dezernatsübergreifend umgesetzt werden kann. So auch in Worms-Herrnsheim: Bürgermeisterin Stephanie Lohr und Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst besichtigten nun das nahezu fertiggestellte Interimsgebäude der Freiwilligen Feuerwehr, Einheit Herrnsheim, am Fahrweg 30.
Nach der Kündigung des bisherigen Mietvertrags zum 30. Juni dieses Jahres benötigt die Wehr einen neuen Standort und wurde mit dem Gelände der ehemaligen Zuckerrüben-Verladestation am Fahrweg, nur rund 300 Meter vom alten Domizil entfernt, fündig. Das rund 2.171 Quadratmeter große Grundstück erwies sich mit seiner Lage direkt an einer Umgehungsstraße mit direkter Zufahrtmöglichkeit aus einsatztaktischer Sicht als geeignet. „Damit konnten wir dem Wunsch der Einheit Herrnsheim nachkommen, eine neue Heimat zu finden, die in unmittelbarer Ortsnähe und sogar fast in Sichtweite des alten Gerätehauses liegt“, macht Bürgermeisterin Lohr deutlich. Dem konstruktiven Austausch zwischen Stadt und freiwilliger Feuerwehr folgte eine enge, dezernatsübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Wormser Immobilienmanagement im Dezernat Horst und dem Brand- und Katastrophenschutz im Dezernat Lohr. Dabei saß den Beteiligten vor allem die Zeit im Nacken: Nur knapp zwei Jahre lagen zwischen der Mitteilung über die Kündigung des Mietvertrages und dem tatsächlichen Auszugstermin.
Nach vielen Vorbereitungen konnten die eigentlichen Bauarbeiten für die Interimswache im März starten. In Containerbauweise entstand ein eingeschossiges Ensemble aus 15 Containern für Aufenthalts-, Umkleide-, Sanitär-, Küchen- und Technikräume sowie einer Wagenhalle in Stahlsandwichbauweise mit Pultdach und Photovoltaikanlage. Die Wagenhalle bietet Platz für fünf Fahrzeuge und verfügt über eine Nutzfläche von rund 389 Quadratmetern. Die Container sind so ausgelegt, dass eine spätere Aufstockung möglich bleibt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro. Auf dem hinteren Bereich des Grundstücks, der über einen geschotterten Weg auf der Ostseite erschlossen werden soll, sind außerdem Pkw-Stellplätze für die Einsatzkräfte vorgesehen.
Ein nachhaltiger Baustein des Projekts: Aus vorhandenen Stahlbetonplatten auf dem Grundstück wurden vor Ort 300 Kubikmeter Recycling-Schotter hergestellt und als Unterbau für die Bodenplatte der Fahrzeughalle verwendet.
„Mit dem neuen Standort in Containerbauweise haben wir schnell und effizient die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Einheit Herrnsheim ihren wichtigen Dienst ohne Unterbrechung fortsetzen kann,“ erklärt Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst. „Die kurze Bauzeit und das gelungene Ergebnis zeigen, dass hier wirklich alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben“, so Horst. Ziel des Baubereiches sei es, in den kommenden Jahren sukzessive Feuerwehrhäuser zu sanieren und damit die ehrenamtlichen Feuerwehren und den Brand- und Katastrophenschutz zu unterstützen.
Und die Bürgermeisterin, zu deren Dezernat die Feuerwehr gehört, ergänzt: „Unsere ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte verdienen beste Rahmenbedingungen. Das neue Interimsgebäude sichert die Einsatzbereitschaft in Herrnsheim und ist ein klares Bekenntnis der Stadt zu ihren freiwilligen Einheiten.“ Seine Einheit sei sehr zufrieden mit der neuen Unterkunft, bekräftigt Wehrführer Lorenz Göbel. „Die neuen Räumlichkeiten sichern nicht nur unsere Einsatzfähigkeit, sondern bieten optimierte Bedingungen. Mit den neuen Sozialräumen und dem Außengelände haben wir nun die Möglichkeit, vor Ort zu üben. Ich bin sicher, dass von dem neuen Quartier auch die Kameradschaftspflege profitieren wird“, unterstreicht der Wehrführer.
Wer in den letzten Tagen an der neuen Herrnsheimer Wache vorbeigekommen ist, hat vielleicht festgestellt, dass die Fahrzeuge bereits eingezogen sind. Für die Einsatzkräfte gilt von nun an: „Allzeit gute Rückkehr in das Quartier am Fahrweg!“
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