
Nach den erfolgreichen Stipendienjahren 2022 und 2024 haben die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz gemeinsam mit dem SchUM-Städte e. V. 2025 erneut internationale Kunstschaffende aufgerufen, sich mit der einzigartigen jüdischen Tradition am Rhein auseinanderzusetzen. In einer vom SchUM- Städte e. V. geleiteten virtuellen Pressekonferenz stellten die drei Gewinnerinnen und Gewinner ihre Projekte erstmals der interessierten Öffentlichkeit vor. Roy Efrat, Atalya Laufer und Raphaël Fischer-Dieskau werden von Ende April bis Ende Mai 2026 jeweils in einer der drei SchUM-Städte leben und arbeiten.
„Die SchUM-Stätten zeugen von den fruchtbaren regionalen wie weltweiten Verbindungen zwischen der jüdischen und der christlichen Welt und von einem künstlerischen Austausch. So finden sich z. B. in der Wormser Synagoge Steinmetzarbeiten von den jeweiligen Dombauhütten vor Ort. Mit dem Projekt „SchUM-Artists in Residence“ wollen wir die Beziehungen zwischen den Kulturen erfahrbar machen und eine lebendige Verbindung dieser großen Vergangenheit und zu den Kunstschaffenden der heutigen Zeit herstellen“, so Birgit Kita, SchUM-Städte e. V.
Die SchUM-Stadt Worms ist auf das künstlerische Projekt der in Israel geborenen und erfahrenen Künstlerin Atalya Laufer gespannt. Nach ihrem Studium in New York und London hat auch sie Berlin zu ihrer neuen Heimat auserkoren. Mit Frauen in und aus der Nische – und ringsherum wird sie die weibliche Präsenz und oftmals fehlenden Stimmen der Frauen in der Geschichte der SchUM-Gemeinden untersuchen. Ausgangspunkt für ihr Projektvorhaben ist die Nische in der Frauenschul in Worms und die damit verbundene Raschi-Legende – die Nische als symbolischer Ort von Schutz, Übergang und Weitergabe. In zeichnerischen und collagierenden Arbeiten werden architektonische Spuren, historische Fragmente und spekulative Imagination miteinander verknüpft, um Geschichte aus weiblicher Perspektive in SchUM erfahrbar zu machen.
„Atalya Laufer überzeugt durch ihre klare, ortsgebundene Perspektive, die die Rolle und Bedeutung von Jüdinnen sichtbar macht. Durch das Aufgreifen der lokalen Wormser Raschi-Legende und die fokussierte Herangehensweise verspricht das Projekt ein komplexes, vielschichtiges Ergebnis. Besonders hervorzuheben ist der bewusste Perspektivwechsel, der traditionelle Geschichtserzählung erweitert und neu befragt“ erklärt Prof. Dr. Stephan.
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