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  • Di., 10. Dezember 2013, 22:55 Uhr
    Wormatia kann Wunsch nach dem zweiten Saisonsieg nicht erfüllen / Mit der 0: 3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt II rückt der Klassenerhalt in weite Ferne / Vertragsauflösung: Carsten Sträßer verlässt Verein zum Jahresende

    Regionalliga-Retorten-Baby kann immer noch nicht laufen

    Archivfoto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL Eine neue Mannschaft für die Regionalliga-Saison 2013/14 auf die Beine zu stellen, war sicher eine löbliche Entscheidung der Vereinsführung. Einfache Rechnung: Zehn Spieler raus und zehn neue Spieler rein, verbunden mit der Hoffnung, dass das neue Regionalliga-Baby rund läuft. Mit einem Sieg und zehn Unentschieden, gerade einmal 13 Punkte und auf dem drittletzten Tabellenplatz gelandet, ist Ernüchterung in der Alzeyer Straße eingekehrt. Bei der U23 der Frankfurter Eintracht ließen die Wormaten einmal mehr Tugenden vermissen, die den Glauben an den Klassenerhalt stärken.

    Frust und Enttäuschung nicht nur nach dieser 0:3-Niederlage im letzten Spiel des Jahres 2013. Wenn sich dann noch ein bisher stets tadelloser Spieler, wie der langjährige Kapitän Sandro Rösner, einen Ausraster leistet und nach seiner Auswechslung – der wohl eine nicht ganz astreine Diskussion mit Trainer Hans-Jürgen Boysen – die Kapitänsbinde auf den grünen Rasen in der Frankfurter Volksbank-Arena wirft, ist das ein deutlicher Beweis für den desolaten Zustand der Mannschaft.

    Sandro Rösner hat sich zwar beim Trainer nach dem Spiel  entschuldigt und es folgte eine Aussprache, aber der Frust über den unbefriedigenden Saisonverlauf scheint groß. Die Verantwortlichen des VfR Wormatia müssen die bittere Erkenntnis machen, dass trotz des dritten Traineren in einem Jahr, der Albtraum vom Abstieg wahr zu werden droht. Traurige Erkenntnis: Schlimmer geht es kaum. Aber, wie es weiter geht? Auf keinen Fall, so die Verlautbarungen mit einem  erneuten Trainerwechsel. Vielmehr sieht man die Mannschaft in der Pflicht. Eine Mannschaft, der aber wohl nur nch kühne Optimisten zutrauen, aus eigenem Antrieb heraus nach der Winterpause den Ligaverbleib zu realisieren.

    Trainingsbeginn ist der 7. Januar 2014. Ob man sich dann sportlich so präsentieren kann,  wie man es eigentlich von Saison-Beginn erhofft hatte, ist zweifelhaft. Durch Gespräche in den nächsten Tagen und Wochen will man herausfiltern, wer von den Akteuren bereit ist mit dem nötigen Chorgeist den  schweren Kampf mit dem Rücken zur Wand, aber dem Drachen auf der Brust, anzunehmen. Ohne Identifikation mit dem Verein scheint eine erneute personelle Zäsur trotz bestehender Verträge unabwendbar.  Sportlich ungenügende Leistungen sind leider kein Kündigungsgrund, und man kann den Spielern beileibe nicht unterstellen, absichtlich so schlecht zu spielen – auch der Einsatz in Frankfurt stimmte – mehr ist aber nicht drin.

    Trainer Hans-Jürgen Boysen steht nun in der Pflicht, aus der Truppe, die mit Hausaufgaben ausgestattet, bis 7. Januar frei hat, eine Mannschaft zu formen, die realistisch betrachtet in der Lage ist, den schweren Kampf um den Klassenerhalt – bis zum 15. Platz sind es  sechs Punkte und zum rettenden Ufer (Platz 14)  gar 11 Zähler, in Angriff zu nehmen. Dass Spieler Charakter zeigen und um die Auflösung ihres Vertrages bitten, ist eher unwahrscheinlich. Wer am 22. Februar in Homburg aufläuft, darf trotzdem mit Spannung erwartet werden.

    Vertragsauflösung mit Carsten Sträßer zum 31. Dezember 2013

    Carsten Sträßer hat den Verein aus privaten Gründen um Vertragsauflösung gebeten. „Wir haben dies mit Bedauern zur Kenntnis genommen, können seine Entscheidung aber gut nachvollziehen und haben deshalb seinem Wunsch entsprochen. Wormatia wünscht Carsten Sträßer sowohl sportlich wie auch privat alles Gute für die Zukunft”, so der Verein.
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