Auch zum Jahresende spiegelt sich die konjunkturelle Schwächephase in den Zahlen des Wormser Arbeitsmarktes. Dies zeigt sich durch die leicht gestiegene Zahl an Arbeitslosmeldungen und das Minus an Stellenmeldungen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,3 Prozent.
Im Dezember ist ein Anstieg der Zahlen durchaus eine saisonübliche Entwicklung; viele wetterabhängige Beschäftigungen sind hier beispielsweise betroffen.
„Insgesamt beobachten wir erhöhte Zugänge aus der Erwerbstätigkeit und stellen gleichzeitig fest, dass sich die Chancen auf einen Sprung ins Berufsleben aufgrund der gesunkenen Stellenmeldungen verringern“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Filiale der Arbeitsagentur. „Der Zugang an neuen Angeboten liegt wiederholt auf niedrigem Niveau". Dennoch zeigen sich die Beschäftigungszahlen in Rheinhessen – gerade im Vergleich mit anderen rheinland-pfälzischen Regionen – noch recht robust.
Die Geschäftsstellenleiterin begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, aufgrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld für Unternehmen, die aktuell bereits von längerer Kurzarbeit betroffen sind, von zwölf auf bis zu 24 Monate zu erhöhen. Diese Regelung wird zum Jahresbeginn in Kraft treten und ist bis 31. Dezember 2025 gültig.
„Wir hoffen, dass diese Option für die betroffenen Betriebe eine Basis der Konsolidierung bietet und damit Insolvenzen oder Betriebsschließungen vorgebeugt werden kann“, so Decker.
Im Dezember waren in der Stadt Worms bei der Dienststelle der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 4.776 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 94 mehr als im November und 87 oder 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Worms im Dezember 2024 gestiegen. 3.942 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 145 Personen mehr (4 Prozent) als im November und 166 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,3 Prozent und lag mit 0,3 Prozent über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.223 Personen (57 Personen mehr als im Vormonat und 34 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.719 Arbeitslose registriert (88 Personen mehr als im Vormonat und 132 Personen mehr als im Vorjahr).
146 Stellen wurden im Dezember neu gemeldet (95 weniger als im Vormonat und 9 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Baugewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 851 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahres vergleich um 27 (entspricht -1 Prozent) auf insgesamt 3.795. 5.349 Personen bezogen Bürgergeld, das waren 47 Personen mehr (1 Prozent) als vor einem Jahr.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu ähnlichen Entwicklungen. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Im Gesamtbezirk und in der Stadt Mainz beide gleichbleibend bei 5,4 Prozent, in der Stadt Worms von 8,0 auf 8,3 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,2 auf 4,3 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 5,1 auf 5 Prozent.
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