Röhm veröffentlicht zum zweiten Mal in Folge ESG-Bericht
Image by Annette from Pixabay
2006 entwickelten die Vereinten Nationen das Kürzel ESG als zusätzlichen Indikator für wirtschaftlichen Erfolg. Indem große Unternehmen ökologische und soziale Aspekte in ihre Firmenstrategie integrieren, soll Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Verbesserung von Arbeitsbedingungen Rechnung getragen werden. Besonders im Fokus stehen Bereiche wie die Energieeffizienz in der Produktion, die Achtung von Menschenrechten sowie transparente Strukturen. Seit vergangenem Jahr veröffentlicht auch das in Worms ansässige Unternehmen Röhm einen entsprechenden Bericht.
Nachhaltigkeit als Anspruch
Driving Sustainable Growth, zu Deutsch: nachhaltiges Wachstum fördern. So lautet das Credo der nicht finanziellen Erklärung der Röhm GmbH. Das Akronym ESG steht dabei für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance). Das Projekt ist Teil der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele im Rahmen derAgenda 2030. Derzeit ist die Erhebung der Daten nur für ein paar wenige Großkonzerne verpflichtend. Ab 2025 endet in der EU die freiwillige Teilnahme und alle Firmen mit über 250 Mitarbeitern müssen ihre Nachhaltigkeitskennzahlen veröffentlichen.
Die Röhm GmbH beschäftigt allein am Standort Worms rund 1.200 Angestellte und gehört damit zu den Unternehmen, für die die ESG-Berichterstattung obligatorisch wird. Das Kerngeschäft des Konzerns besteht in der Fertigung vonPlexiglas platten. Insgesamt arbeiten über 3.500 Menschen bei Röhm und erwirtschaften einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1907. Weltweite Bekanntheit erlangte es durch die Entwicklung des patentierten PLEXIGLAS® im Jahr 1933. Das spezielle Acrylglas wird vor allem in der Automobilbranche, beim Flugzeugbau und in der Herstellung von Displays verwendet. Röhm hält die Rechte am Markennamen in Asien, Australien, Afrika und Europa. Auf dem amerikanischen Kontinent ist die französische Arkema S. A. Rechteinhaberin.
Ziele und Erfolge im Detail
Im ESG-Bericht für das Geschäftsjahr 2023 bestätigt die Röhm GmbH, bei der Fertigung vonPlexiglasplatten und anderen Produkten den sogenannten Carbon Footprint bis 2023 um 30 Prozent zu reduzieren. Vollständige Klimaneutralität soll 2050 erreicht werden. Für die Umsetzung wurde ein Aktionsplan erstellt, der die schrittweise Reduktion von Emissionen beinhaltet. Neu im ESG-Report ist die Wasserstressanalyse. Mit dieser sollen potenzielle Risiken erkannt werden, die zu einer Knappheit oder einem Qualitätsmangel führen könnten. In das bestehende Sortiment wurdenPlexiglas Produkte mit dem Markenzusatz „proTerra“ hinzugefügt. In ihnen sind zu 30 Prozent bio-zirkuläre Rohstoffe enthalten, wie zum Beispiel Rezyklate.
Ausgebaut wurden die Anstrengungen im Bereich Diversität und Inklusion. So hat die Röhm GmbH eine D&I Policy verabschiedet, in der Leitlinien für mehr Vielfalt und Zugehörigkeit aufgeführt werden. Um mehr Transparenz in der Fertigung derPlexiglas platten zu gewährleisten, wurden neue Lieferanten durch ein Präqualifizierungsverfahren geprüft. Ziel der Prüfung ist es, die Lieferketten frei von Korruption, Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen zu halten. COO Hans-Peter Hauck fasst den Bericht wie folgt zusammen: „Wir sind stolz auf die erreichten Meilensteine [...] So legen wir die Grundlage für nachhaltiges Wachstum [...]“ Man sei überzeugt davon, dass „[...] nachhaltiges Wirtschaften eine ständige Aufgabe bleibt.“
Ausblick in die Zukunft
Mit dem Einsatz der Lima-Technologie verpflichtet sich Röhm, die Umwelt in Zukunft noch weiter zu schonen. Die Abkürzung steht für „Leading in Methacrylates“ und soll die Fertigung vonPlexiglas platten energiesparsamer und mit einer höheren Produktionsausbeute ermöglichen. Noch im Jahr 2024 wird die erste Anlage dieser Art in Betrieb gehen und ein Herstellungsvolumen von 250.000 Tonnen umfassen. Außerdem plant das Unternehmen, das internationale Hinweisgebersystem weiter auszubauen, die Sicherheit aller Beschäftigten zu erhöhen und weitere Compliance Richtlinien einzuführen. Der eigene Anspruch besteht darin, die Agenda 2030 vollumfänglich zu erfüllen und damit im Einklang mit den Gesetzen der Bundesregierung, der EU und den Vereinten Nationen zu agieren.