Osthofen: Architekturstudent/innen der Hochschule Mainz erarbeiten in den kommenden zwei Semestern Konzepte für die zukünftige Nutzung des Schill-Turmes
Schill-Turm-Zukunftsvisionen
Vor-Ort-Termin auf dem Schill-Turm in Osthofen. Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
Am Mittwoch besichtigten Professor Heribert Hamann und eine Delegation seiner Architekturstudenten der Technischen Hochschule Mainz den Schill-Turm auf dem Gelände der ehemaligen Malzproduktionsstätte. Die Produktion selbst wurde in den letzten Jahrzehnten schrittweise an den Rhein verlagert und schon bald werden auch die letzten verbliebenen Mälzereibauten aus dem Stadtbild verschwunden sein. Nur der 56 Meter hohe Schill-Turm soll erhalten bleiben. Im Rahmen eines Projekts erstellen die Mainzer Studenten nun Pläne und ein Konzept für die zukünftige Nutzung des einstigen Silos.
Projekt als Herausforderung
Stadtbürgermeister Thomas Goller empfing die Gruppe am Morgen vor dem historischen Rathaus im Zentrum Osthofens. In einer kurzen Einweisung erklärte er, vor welche Herausforderung das Projekt „Schill-Turm” alle Beteiligten stelle. Besonders die immer weiter verfallende Bausubstanz führte bereits beim Abriss der alten Mälzereigebäude zu einigen unvorhergesehenen Komplikationen. Doch das Vorhaben eröffne für die Stadt auch Möglichkeiten. Hierbei nennt Goller auch die vier Grundpfeiler seines Planes für den regionalen Tourismus: Erlebnis, Wein, Kultur und Landschaft. Daran möchten die Studenten mit ihrer Arbeit nun anknüpfen. Die zunehmende Bedeutung des Weines als Qualitätsprodukt, befördert ebenso die Entwicklung neuer Formen und Strategien der Vermarktung. Die Vision: Ein Vinotel, das den wachsenden Bedürfnissen des Weintourismus gerecht wird.
So soll den Touristen eine regional einzigartige Übernachtungs- und Aufenthalts-Qualität geboten werden. Der Schill-Turm bietet dazu als eines der letzten verbliebenen Silos in der Region einen atemberaubenden Ausblick: der Taunus im Norden, die Bergstraße im Osten, die Pfälzer Berge und der Donnersberg im Westen und schließlich das rheinhessische „Land der tausend Hügel” sowie die Weite des Rheintals in unmittelbarer Umgebung. Die hiesige Gastronomie und Winzer sollen dabei noch durch die längere Aufenthaltsdauer der Kunden sowie die größere Auswahl und dem werbenden Vergleich im „Weinhotel” profitieren.
Noch keine konkreten Beschlüsse
Bisher seien alles nur Ideen, denn für die Neuformulierung des Schill-Turms und seiner unmittelbaren Umgebung gäbe es bislang keine konkreten Beschlüsse. Mit der Möglichkeitn den Stadtkern neu zu gestalten, biete sich der Stadt Osthofen eine einmalige Chance, sofern es gelinge, das Potenzial des Areals voll auszuschöpfen.