
Von Marcus Diehl › „Den Sieg erarbeitet“, das waren die Worte von Trainer Artur Lemm in der Pressekonferenz. Der VfR Wormatia Worms hat sich den 2:1 (1:1) Erfolg gegen den FC Emmelshausen-Karbach nicht erspielt, sondern erarbeitet und zwar mit einer kämpferischen Steigerung in der zweiten Hälfte. Der VfR hatte es sehr schwer, in die Partie zu kommen. Es lag einiges im Argen. Die Abstände der einzelnen Reihen war viel zu weit auseinander. Es klaffte sehr oft ein großes Loch zwischen der Offensive und der Reihe vor der Abwehrkette. Die Laufintensität fehlte und das bekannte Zweikampfdefizit war wieder vorhanden.
Nachdem Torhüter Luca Pedretti einige Bälle parieren durfte, ging der FC in der 29. Minute verdient in Führung. Eigentlich unverständlich, wie locker die Gäste den Ball in der Wormatia Hälfte sich zuschieben konnten und letztendlich Dylan Esmel zum 0:1 vollenden konnte. Nur vier Minuten später kam die Unsicherheit der Wormatia sehr sichtbar zum Tragen. Ohne Gegenwehr spielte Altin Vella aus drei Meter den Ball genau in die Füße vom Torschützen. In der sich nun entwickelten Zwei gegen Zwei Situation kam zwar letztendlich nichts Gefährliches heraus, doch der rettende Versuch von Laurenz Graf mit einem Querschläger über die Latte ins Toraus ließ manchen Wormatia-Fan den Atem stillstehen. Irgendwie war das die „Hallo wach“ Szene für die Spieler des VfR. Ab diesem Zeitpunkt waren sie in der Partie dabei. Durch Isaac Okwubor, Belel Meslem, Tim Grünewald und Laurenz Graf wurden Torchancen erarbeitet.
In der Nachspielzeit der Ausgleich. Das Mittelfeld wurde endlich sehr schnell überbrückt. Das Zuspiel von Nico Jäger setzte Mert Özkaya mit Ruhe und Übersicht in das lange Eck. In der Summe gesehen ein glückliches Unentschieden – zu diesem Zeitpunkt.
Die Gäste starteten furios nach dem Wiederanpfiff. Als wollten sie den VfR überrennen. In der 52. Minute rettete Tom Fladung mit einer Monstergrätsche die erneute Führung durch Daniel Bohl. Das Spiel wandelte sich – eine Kehrtwende gegenüber Hälfte eins. Die Gäste kamen aus dem Tritt, weil der VfR ein anderes Gesicht zeigte. Die Körpersprache war eine andere. Das Team legte eine Schippe drauf. Bei der ersten Chance kam Belem Meslem den einen Schritt zu spät. In der 64. Minute war die Partie gedreht. Der VfR konnte jetzt kombinieren und die Gäste kamen nicht hinterher. Tom Fladung mit der Hereingabe, Isaac Okwubor legte den Ball mit der Brust zu Belem Meslem und er spitzelte den Ball ins Netz.
In der Folge verlagerte sich das Spielgeschehen weiterhin in die Gästehälfte. Bei den Chancen von Mert Özkaya und Isaac Okwubor wäre die Ballabgabe zum jeweils besser postierten Mitspieler eine größere Option gewesen. Belel Meslem schoss knapp über das Tor. Einige gute Angriffe über die rechte Seite verpufften, weil die Hereingaben keine Abnehmer fanden. Erst in der Schlussphase wurde es vor dem Wormatia-Kasten wieder gefährlicher. Luca Pedretti und Altin Vella verhinderten den Ausgleich.
Zum ersten Mal in dieser Saison konnte ein Rückstand in einen Sieg umgewandelt werden. Trainer Artur Lemm hielt fest: „Die erste Hälfte war nicht gut von uns. In der zweiten Hälfte kam eine klare Steigerung.“ In der Summe ein verdienter Sieg für die Wormatia. Der Glaube kam in der zweiten Hälfte.
Am Sonntag geht es um 15 Uhr auf den Kunstrasen nach Engers. Mentalität ist gefragt. Gegen eine körperlich starke Mannschaft. Nur mit spielerischen Mitteln wird es keinen Erfolg geben. Dagegenhalten und Zweikampfstärke zeigen muss das Motto sein.