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  • Mo., 17. Juni 2013, 06:09 Uhr

    Sirenenplatz soll zu Gustav-Nonnenmacher-Platz werden

    Der 2012 verstorbene Künstler Gustav Nonnenmacher soll in seiner Wahlheimat Hochheim eine besondere Ehrung erhalten: Der ehemalige Sirenenplatz soll zu Gustav-Nonnenmacher-Platz umbenannt werden. Bereits im Jahr 2008 hatte die SPD Hochheim einen entsprechenden Antrag in nichtöffentlicher Sitzung eingebracht. „Dieser Wunsch wurde im November 2012 erneut von allen Fraktionen im Ortsbeirat bestätigt.“, so Ortsvorsteher Timo Horst. Bereits zu Beginn des Jahres hatte Horst sich deshalb mit den Angehörigen Ulrike Arnold und Prof. Dr. Frank Nonnenmacher bezüglich einer Platzbenennung in Verbindung gesetzt, die dem Vorschlag gerne zugestimmt haben. Mittlerweile habe sich auch der Ältestenrat des Stadtrats mit dem Thema beschäftigt und über alle Fraktionsgrenzen hinweg, Zustimmung erfahren. Deshalb erwarte Horst auch, dass es im Stadtrat eine breite Zustimmung für den Vorschlag gebe.

    Gustav Nonnenmacher war ein profilierter Wormser Künstler. Er lebte seit 1951 in Hochheim und wurde hier für sein Engagement 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1992 mit der Verdienstmedaille der Stadt Worms ausgezeichnet. Anerkannt wurde insbesondere, dass er zahlreiche Gestaltungen im öffentlichen Raum nicht nur angeregt, sondern auch bedeutende Sponsoren für die Finanzierung gefunden hatte. Bedeutende Kunstwerke, wie das Schicksalsrad, Barbarossas Freiheitsprivileg am Dom, der Nibelungenliedbrunnen oder der Winzerbrunnen sind so entstanden und prägen noch heute das Stadtbild. Jüngst wurde einer seiner wichtigsten freien Arbeiten, die „Kassandra“ auf Initiative der Angehörigen und mit Unterstützung des Landtagspräsidenten in der Lobby des Mainzer Landtages aufgestellt.

    Dabei begann das Leben von Nonnenmacher nicht so verheißungsvoll: Ohne Eltern wuchs er erst in verschiedenen Kosthäusern und dann im Waisenhaus in Stuttgart auf. Als junger Mann erlernte er den Beruf des Holzbildhauers. Von 1929 bis 1934 war er am Segelflugplatz Hornberg angestellt. Nach seiner Einberufung zum Wehrdienst wurde er zum Flugzeugführer ausgebildet. Im Zweiten Weltkrieg war Nonnenmacher Pilot, er überlebte mehrere Abstürze und Bruchlandungen und wurde schließlich Blindfluglehrer. Nach Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, kehrte – politisch unbelastet - nach Monsheim bei Worms zurück und zog später nach Worms-Hochheim. Der Krieg hatte ihn zum Pazifisten werden lassen, deshalb entschied er sich trotz der schwierigen Zeiten als freischaffender Bildhauer zu arbeiten. Die ersten größeren Werke waren vor allem antimilitaristische Mahn- und Denkmale für Kriegsopfer. Gustav Nonnenmacher wurde einer der profiliertesten Wormser Künstler. „Mit der Platzbenennung ehren wir das Lebenswerk und die Arbeit eines bedeutenden Künstlers.“, so Horst. Er habe immer wieder interessante Gespräche mit Nonnenmacher geführt und arbeite jetzt auch mit seinen Angehörigen und der Stadtverwaltung, an der Lösung des Problems der Sicherung seines Nachlasses, der vor allem aus einer Sammlung von Skulpturen besteht.

    Für die Anwohner des Platzes erfordert die Neubenennung zunächst keine Umstellung. Die umliegenden Wohngebäude sind anderen Straßen zugeordnet.

     

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