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Di., 21. Januar 2014, 16:35 Uhr
Obwohl fast eine Stunde lang in Überzahl quälte sich der VfR Wormatia zu einem dürftigen 1: 0-Sieg gegen den Oberligisten TSG Pfeddersheim / Anschließend war drei Tage Teambuilding angesagt
So wird es nichts mit dem Regionalliga-Klassenerhalt
Die neue Pfeddersheimer Angriffshoffnung Bartosz Franke (rechts) im Zweikampf mit Marcel Abele, zeigte gegen den VfR Wormatia einen durchaus hoffnungsvollen Einstand.
VON KLAUS DIEHL Man muss beileibe kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Aufgabe „Klassenerhalt“ beim Regionalligist eine ganz schwere Aufgabe ist. „Schwarzseher“ gehen gar von einer Unmöglichkeit aus.
Doch ein bisschen Optimismus sollte bei 15 noch auszutragenden Spielen schon sein, denn Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen und seine beiden Co-Trainer Volker Berg und Bernd Jayme werden alles versuchen um die Mannschaft 2014 wieder mehr in die Erfolgsspur zu bringen.
Auch die Verantwortlichen wie Vorstand und sportliche Leitung versuchen das Bestmöglichste, die Mannschaft auf die nächsten schweren 15 Spiele einzuschwören, wozu in den letzten drei Tagen auch Teambuilding im Schwarzwald ohne Ball dienen soll.
Doch muss sich da auch vieles auf dem Platz ändern, denn mit dem Auftreten vor 350 Zuschauern im BIZ-Stadion beim Testspiel gegen den Oberligisten TSG Pfeddersheim wird man im restlichen Saisonverlauf keinen Blumentopf erben können.
Grundvoraussetzung für erfolgreiches Fußballspiel fehlten
Da fehlte nahezu alles, was zu einem guten und erfolgreichen Fußballspiel nun einmal Grundvoraussetzung ist. Das fing schon beim fehlenden Tempo im Spiel nach vorne, dem Umschalten von Abwehr auf Angriff, der fehlenden Passgenauigkeit und gekonntem Flachpass-Spiel an.
Allzu oft wurde mit hohen Bällen gearbeitet und damit auch die nötige Angriffsgefährlichkeit kaum zum Tragen gebracht. Genau genommen gab es nur zwei Szenen in den ersten 45 Minuten, wo Pfeddersheim Gefahr lief in Rückstand zu geraten.
Es zeigte sich gegen eine gut aufgestellte TSG-Defensive mit einem ersten Bollwerk gleich hinter der Mittelline, dass im bisherigen Rundenverlauf die meisten Wormatia-Gegner praktizierten, dass man damit das Wormatia-Schiff fast auf Grund laufen lässt.
Wormatia sogar in Überzahl
Dabei waren die Wormaten ab der 32. Minute gar in Überzahl. Denn der Ex-Wormate Tobias Klotz sah eine völlig überzogene Ampelkarte. Es spricht für die mittlerweile gute Qualität und auch funktionierende Oberliga-Elf der TSG Pfeddersheim, dass sie sich dadurch nicht beeinflussen oder gar kopflos überrennen ließ und außer dem 1:0 durch den fünf Minuten zuvor eingewechselten Gastspieler Oliver Heil, einst FSV Mainz 05 II, SV Waldhof Mannheim, SV Darmstadt 98 und zuletzt in Waldmichelbach am Ball, kaum etwas zuließ. Ja durch ihren jüngsten Neuzugang Bartosz Franke in der 2. Minute und kurz vor seiner Auswechslung hätte sie durchaus ein Tor erzielen können. Im letzten Fall war es Tim Bauer, der für seinen bereits geschlagenen Torhüter Lucas-Jeffrey Menz den Kopfball des neuen TSG-Angreifers gerade noch von der Linie köpfen konnte.
Der Deutsch-Kanadier ist derzeit der einzige Torhüter beim VfR Wormatia, da Rainer Adolf heute an seinem schon länger verletzten Sprunggelenk operiert werden musste und deshalb sein Einsatz im ersten Vorbereitungsspiel gegen den TSV Gau-Odernheim bis zum Saisonende wohl sein einziges Spiel bis dahin gewesen sein dürfte. Eine über Nacht zusätzliche Baustelle beim VfR Wormatia. Steht doch mit dem zweifellos sehr talentierten A-Junioren-Torhüter Sandro Dörner nur ein Keeper zur Verfügung.
Gastspieler überzeugten
Wenn es bei dem Spiel gegen Pfeddersheim etwas Positives zu berichten gibt, so war dies die Einwechslung der beiden Gastspieler Oliver Heil und des lang aufgeschossenen japanischen Junioren-National-Spielers Shuta Joboshi. „Die beiden machten das, was ein Angreifer machen muss“, so Trainer Hans-Jürgen Boysen über deren etliche gute Aktionen. Ob sie gar verpflichtet werden können, war am Montag noch nicht zu erfahren. Da erscheint die Verpflichtung des einstigen FCK-Spielers Alan Stulin schon wahrscheinlicher, wenn dessen Berater vor Ort wieder ist. Turan Tosunoglu, zuletzt SVN Zweibrücken, steht auch noch in der Warteschleife, derweil der Ex-O5er Niclas Kupka bereits außen vor ist.
Beim VfR Wormatia wurden eingesetzt: Lucas-Jeffrey Menz, Raschid El Hammouchi (61. Markus Hofmeier, Erdal Celik (61. Marco Steil), Patrick Wolf (46. Tim Bauer), Benjamin Himmel (Sandro Löchelt, A-Junioren), Turn Tosunoglu (61. Oliver Heil), Marcel Abele (46. Kevin Wölk), Alan Stulin (61. Marco Stark), Eugen Gopko (61. Shuta Joboshi), Adam Jabiri (46. Lucas Oppermann), Alper Akcam (75. Kevin Feucht).
Für die TSG Pfeddersheim liefen auf: Thorsten Müller (46.Nicolai Rühm), Sven Oswald (46. Robin Schittenhelm), Mathias Tillschneider, Matthias Lang, Christopher Ludwig (46. Björn Miehe), Deniz Aztekin, Yannick Krist (46. Jakob Siebecker), Tobias Klotz, Jonas Frey (46. Mario Cuc), Sebastian Schulz (46. Dennis Seyfert), Bartosz Franke (73. Jonas Frey).
Teambuilding ohne Ball Zu einem dreitägigen „Ausflug der besonderen Art“ war Wormatias kompletter Regionalligakader am letzten und frühen Sonntagmorgen nach Herrischried im Südschwarzwald abgereist.
Bis zum Dienstagabend wurden aber weder Kondition, Technik und Taktik geschult, sondern für Trainer Hans-Jürgen Boysen stand Teambuilding im Vordergrund. Durch teilweise ungewöhnliche Aktionen und abenteuerliche Exkursionen sollte die Truppe zwischenmenschlich enger zusammenwachsen und das „Wir-Bewusstsein“ gefördert werden. „Nur wenn die Mannschaft in den restlichen 15 Spielen der Rückrunde als geschlossene Einheit auftritt, kann sie den Klassenerhalt vielleicht noch vollbringen“, so die Vorgabe der Wormatia-Verantwortlichen.
Laganda GmbH erfolgreiche Betreuer Die mit dem Dreitage-Programm Beauftragte Laganda GmbH (Stuttgart) hat schon Fußball-Bundesligisten wie Borussia Dortmund, FSV Mainz 05, TSG Hoffenheim oder SC Freiburg, wie auch die Mannheimer Adler oder die Schweizer Handball-Nationalmannschaft in verschiedenen Camps mit Erfolg betreut. Denn Teamgeist ist auch im Profisport ein wichtiger Bestandteil um erfolgreich zu sein. Darauf hofft man auch bei Wormatias Verantwortlichen. Zumindest will man sich nicht nachsagen lassen, nichts unversucht zu haben um den Regionalliga-Klassenerhalt doch noch zu erreichen.
Während der drei Tage mussten die Spieler einen ganz speziellen „Biathlon” bestreiten, verschiedene Teamaufgaben auch im Gelände lösen und sich teilweise selbst verpflegen. Auch der abschließende Hausputz im Selbstversorgerhaus gehörte zum Programm. Von Fußball war an diesen drei Tagen absolut nichts zu sehen.
Erlebnisse positiv verarbeiten
Nach der Rückkehr gab es für Mittwoch trainingsfrei, damit die Spieler ihre Schwarzwald-Erlebnisse in Ruhe positiv verarbeiten können. Ab Donnerstag ist wieder Training, denn am Wochenende stehen gleich zwei Testspiele innerhalb von 24 Stunden auf dem Programm. So am Samstag um 14 Uhr im BIZ-Süd gegen das U23-Team des nordkoreanischen SC Sobaeksu und am Sonntag um 14 Uhr beim Oberligisten TuS Mechtersheim.