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  • Sa., 04. Oktober 2025, 13:54 Uhr
    Worms-Wiesoppenheim: Gemeinsame Stellungnahme des Ortsbeirates zum geplanten Windpark der Firma Renolit SE entlang der B47

    „Spürbare Auswirkungen auf Lebensqualität und Landschaftsbild“

    In seiner jüngsten Sitzung hat der Ortsbeirat Wiesoppenheim einstimmig eine gemeinsame Stellungnahme zum geplanten Windpark der Firma Renolit SE verabschiedet. Diese basiert maßgeblich auf den Ergebnissen einer öffentlichen Bürgerversammlung vom 16. Juli, in der zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner ihre Anliegen und Fragen eingebracht haben.

    Wiesoppenheims Ortsvorsteher Pater Rißberger betont: „Die Stellungnahme des Ortsbeirates fußt auf den sachlichen Erkenntnissen und Rückmeldungen aus der Bürgerversammlung. Sie soll sowohl der kommunalen Politik als auch der Firma Renolit als Orientierung und Entscheidungshilfe dienen.“

    Alternativstandorte und gerechte Lastenverteilung

    Der Ortsbeirat bezieht in der Stellungnahme klar Position gegen den aktuell geplanten Standort nördlich von Wiesoppenheim. Bereits heute sei der Stadtteil durch bestehende Windkraftanlagen im Süden sowie durch die angrenzende A61 erheblich belastet. Weitere Windräder entlang der B47 würden laut Beirat zu einer nahezu vollständigen Umringung des Ortes durch Infrastruktur mit hoher Immissionswirkung führen – mit spürbaren Auswirkungen auf Lebensqualität und Landschaftsbild.

    Zudem bestehe die Gefahr einer massiven Beeinträchtigung des touristischen Wertes der Stadt Worms. Die geplanten Standorte lägen in direkter Sichtachse zum historischen Wormser Dom und der Horchheimer Kirche.

    Forderungen an Stadtverwaltung und Stadtrat

    Der Ortsbeirat richtet in seiner Stellungnahme mehrere konkrete Forderungen an die den Stadtrat der Stadt Worms: Zum einen eine ernsthafte Prüfung alternativer Standorte, auch unter Einhaltung eines maximalen Radius von 5 Kilometern rund um den Industriestandort Renolit. Eine verbindliche Beteiligung der betroffenen Ortsbeiräte an allen Grundsatzentscheidungen – insbesondere bei Ausgleichsmaßnahmen und der Verwendung von Einnahmen aus dem Windpark. Die transparente Regelung zur Begrenzung des Projekts. Eine spätere Erweiterung über das derzeit geplante Maß hinaus soll ausgeschlossen werden.

    Vorschläge zur Gestaltung und Mitwirkung

    Darüber hinaus enthält die Stellungnahme konkrete Vorschläge, wie eine lokale Beteiligung ausgestaltet werden kann – etwa durch ökologische Ausgleichsmaßnahmen am Eisbach, finanzielle Unterstützung lokaler Projekte sowie eine bürgernahe Beteiligung an der Windpark-Initiative.

    Neben der Kritik am geplanten Standort betont der Ortsbeirat Wiesoppenheim ausdrücklich die Notwendigkeit, industrieübergreifende Kooperationen nicht nur auf die Windkraft zu beschränken. Die Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen oder anderen Energieverbrauchern in der Region – sollte genutzt werden, um auch alternative Formen der erneuerbaren Energiegewinnung ergebnisoffen zu prüfen.

    Dabei könnten beispielsweise Photovoltaik, Agri-PV, Geothermie oder industrielle Abwärmenutzung in die Überlegungen einbezogen werden. Ziel ist es, eine nachhaltige, ausgewogene und technologisch vielfältige Lösung für den Standort Worms zu finden – im Sinne der Energiewende, aber auch unter fairer Berücksichtigung der lokalen Interessen.

    Parteiübergreifende Unterstützung

    Nach kurzer Aussprache wurde die Stellungnahme einstimmig beschlossen und von allen im Ortsbeirat vertretenen Fraktionen unterzeichnet. Sie wird nun offiziell der Stadtverwaltung, dem Stadtrat sowie der Firma Renolit zur Verfügung gestellt.

     

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