
Um dem zunehmenden Mangel an beruflichen Betreuerinnen und Betreuern entgegenzuwirken, bündeln die Landkreise Alzey-Worms, Donnersbergkreis und Bad Kreuznach ihre Kräfte: Gemeinsam gründen sie einen kommunalen Betreuungsverein, der die rechtliche Betreuung von Menschen unterstützt, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation Hilfe bei der Regelung ihrer Angelegenheiten benötigen.
Zur Umsetzung des Projekts „Kommunaler Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“ hat Staatssekretär Denis Alt dem Landkreis Alzey-Worms als federführende Kommune im Kooperationsverbund mit dem Donnersbergkreis und dem Landkreis Bad Kreuznach einen Förderbescheid in Höhe von 210.000 Euro übergeben. Die Mittel werden durch die Pilotförderung „Interkulturelle Zusammenarbeit“ bereitgestellt.
Der „Kommunale Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“ bündelt Ressourcen und stärkt die Zusammenarbeit bei der Wahrnehmung kommunaler Aufgaben. Der gemeinsame Betreuungsverein soll rechtliche Betreuungen übernehmen und die Aufgabenerfüllung langfristig absichern. Hierfür stellt jeder Landkreis eine sozialpädagogische Fachkraft, ergänzend ist eine gemeinsam finanzierte Verwaltungskraft vorgesehen.
„Durch die Nutzung von Synergien werden Fachkräfte gezielt eingesetzt, die Qualität der Betreuung gestärkt und Kosten reduziert. So schaffen die Landkreise gemeinsam eine verlässliche und professionelle Struktur für Menschen, die auf rechtliche Betreuung angewiesen sind“, so Staatssekretär Alt.
Durch die gemeinsame Organisation sollen gegenseitige Vertretungen bei Urlaubs- und Krankheitsausfällen ermöglicht, regelmäßige Fallbesprechungen etabliert und parallele Verwaltungsstrukturen abgebaut werden. Zugleich soll das Ehrenamt im Betreuungswesen gestärkt werden. Mit der Landesförderung werden insbesondere zusätzliche Personal- und Sachausgaben für den Aufbau der gemeinsamen Strukturen unterstützt.
Wie dringlich die Situation ist, zeigen die Zahlen aus dem Landkreis Alzey-Worms: Während im Jahr 2023 für 110 neue Betreuungen oder Betreuerwechsel berufliche Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt werden mussten, waren es 2024 bereits 196 Fälle. Gleichzeitig gestaltet sich die Gewinnung von Nachwuchskräften schwierig.
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