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  • So., 08. Dezember 2013, 19:40 Uhr
    Die 1: 2-Niederlage im Heimspiel gegen Ingolstadt war die vierte Pleite der Mannheimer Adler in Folge / Wie fest sitzt Coach Kreis noch im Sattel?

    Talfahrt der Adler geht weiter

    Ein Bild mit Symbolcharakter. Wie hier Adler-Kapitän Marcus Kink ist zurzeit die gesamte Mannheimer Mannschaft am Boden. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH Die DEL-Partie der Mannheimer Adler gegen den ERC Ingolstadt am Sonntagnachmittag in der SAP-Arena hatten schon einen gewissen Schicksalscharakter, wohin die Reise bei den Blau-Weiß-Roten geht. Nach drei Niederlagen in Folge (Krefeld, Hamburg, München) musste unbedingt ein Sieg her, um wieder in die Erfolgsspur zu finden, die Kritiker zu beruhigen und Ruhe in Team sowie Umfeld zu bringen. Aber es sollte ganz anders kommen, denn Ingolstadts gewann mit 2:1 (1:1/0:0/0:1) Toren in Mannheim und stürzte damit die Adler in eine tiefe Krise. Jetzt werden erst recht die Diskussionen um Trainer und Mannschaft losgehen. Das Kuriose dabei, auch gegen Ingolstadt spielten die Adler nicht schlecht, waren überlegen und schossen doppelt so oft auf das gegnerische Tor wie Ingolstadt. Doch was einfach nicht stimmt - und dies eigentlich seit Saisonbeginn - ist die mangelhafte Effizienz. Der Aufwand, den die Adler betreiben, steht in keinem Verhältnis zu den wenigen Toren, die sie schießen. Und hier ist kein einzelner Stürmer oder Verteidiger zu nennen, sondern die ganze Mannschaft als Kollektiv. Was den Adler total fehlt ist der direkte Zug zum gegnerische Tor. Es wird viel zu kompliziert gespielt. Ständig wird der Nebenmann gesucht, anstatt abzuziehen oder es wird noch ein Kringel gedreht oder hinters gegnerische Tor gefahren. Ein Statistik aus dem Match gegen Ingolstadt belegt das Ganze. So schoss Mannheim 40 mal auf Gehäuse der Panther, die Ingolstädter aber nur 25 mal auf Adler-Gehäuse. Doch am Ende hieß es 2:1 für Ingolstadt.

    Der absolute Schwachpunkt in der Adler-Mannschaft ist aber das Überzahlspiel. Hier gelingt einfach nichts. Alleine im ersten Drittel gegen Ingolstadt konnte Mannheim acht Minuten lang in Überzahl agieren, ohne einen einzigen Treffer zu schießen. Und wie sagte es Coach Harold Kreis auf der Pressekonferenz so treffend: „Wir werden hier immer schlechter statt besser!“ Und Eishockeyspiele werden nun mal häufig in Über- und Unterzahlsituationen entschieden. Wer hier gut ist, hat den Grundstein zum Erfolg gelegt. Trainer Harold Kreis übernahm auf der Pressekonferenz übrigens die Verantwortung für das schwache Powerplay wie auch generell für die schlechten Resultate.

    Dabei fing das Match gegen Ingolstadt so gut an, bereits nach zehn Sekunden (!!!) stand es 1:0 für Mannheim. Doch anstatt einen ungefährdeten Sieg einzufahren, kam es anders, denn in der 3. Minute markierte Ingolstadt den Ausgleich, und dies mit einem Mann weniger auf dem Eis!!! Von da an war ein Riss im Adler-Spiel und die Cracks aus der Quadratestadt wirkten nervös. So war Mannheim zwar weiterhin das dominierende Team, aber ohne wirklich zwingend zu sein. Statt zu schießen, was das Zeug hielt, wollte man den Puck ins Tor zaubern.

    Um es deutlich zu sagen, Mannheim war bemüht. Der Einsatz hat gestimmt und das Team wollte siegen. Was aber fehlte waren die Tore. Und natürlich ist Mannheim zurzeit auch das Scheibenglück abhanden gekommen, der Puck will einfach nicht ins gegnerische Tor gehen. Und je mehr man dies will, wie zurzeit Mannheim, umso verkrampfter wird man und umso schwieriger wird es.

    Die große Frage ist nun, wie fest sitzt Trainer Harold Kreis noch im Sattel? Mit Spannung darf man auf die nächste Woche schauen, was sich in Mannheim tut.

    Chronologie:

    1. Drittel

    Die Adler mit einem sensationellen Start. Christoph Ullmann erzielte nach nur 10 Sekunden die 1:0 Führung. Danach die Mannheimer weiter im Vorwärtsgang und es schien, als würden sie Ingolstadt aus der Halle schießen. Die beste Gelegenheit einen Treffer nachzulegen bot sich ab der 2. Minute, als Mannheim einen Mann mehr auf dem Eis hatte, da Travis Thurnbull für Ingolstadt auf der Strafbank saß. Doch es war nicht Mannheim, das einen Treffer markierte, sondern der Ingolstädter Robert Sabolic traf für die Oberbayern in Unterzahl. In der Folge blieb Mannheim das dominierende Team, doch der ganz große Schwung war erst einmal dahin und Ingolstadt tauchte mit Kontern auch immer wieder vor Adler-Torsteher Felix Brückmann auf.

    In der zehnten Minute boten sich durch Ken Magowan, Frank Mauer und Jochen Hecht gute Gelegenheit, doch hielt Ingolstadt Torhüter Timo Pielmeier. Wobei Mannheim in dieser Überzahl noch Glück hatte, denn wieder konnte sich ein Panther den Puck schnappen und alleine auf Felix Brückmann zufahren, doch hielt der Adler-Goalie diesmal. Eine weitere, große Adler-Chance hatte dann Jochen Hecht in der 14. Minute, doch ging die Scheibe knapp am Gehäuse der VW-Städter vorbei. Eine Minute vor dem Pausenpfiff hatte Ken Magowan gleich zweimal hintereinander die Chance für Mannheim, doch ging die Hartgummischeibe nicht rein. Kurz vor Schluss schlug Jon Rheault dann in aussichtsreicher Position über den Puck, so ging es mit 1:1 in die Kabinen.

    2. Drittel

    Der zweite Abschnitt bot nicht mehr die Intensität des ersten. Mannheim zwar optisch weiter überlegen, ohne jedoch zwingend zu sein. Zu selten wurde der Schuss auf das gegnerische Tor gesucht und zu viel abgespielt. Ganz brenzlig wurde es für Mannheim ab der 36. Minute, als Ingolstadt fast zwei Minuten lang mit 5:3 Feldspieler agieren konnte, da zwei Mannheimer auf der Strafbank saßen. Doch mit Glück einen weltklasse haltendem Torwart Felix Brückmann und einem großen Kampf der drei auf dem Eis verbliebenen Cracks überstand Mannheim dies Phase. In Unterzahl sind die Jungs von Harold Kreis eben stark Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

    3. Drittel

    Mannheim übernahm sofort wieder die Initiative und zeigte den Willen zum Sieg. Denis Reul in der 43. Minute mit einer guten Gelegenheit, doch strich der Puck am Ingolstädter Gehäuse vorbei. Ingolstadt hielt jedoch dagegen und war mit Kontern stets gefährlich, so etwa Alexander Oblinger, der in der 50. Minute die Führung auf dem Schläger hatte, aber es blieb beim 1:1 unentschieden. In der 51. Minute dann die große Möglichkeit für Adler-Stürmer Ronny Arendt, aber Torwart Timo Pielmeier hielt erneut glänzend. Als die Adler sechs Minuten vor Spielende mit einem Mann mehr agieren konnten  und wieder nichts dabei heraussprang, gab es erst vereinzelte, dann zahlreiche laute Pfiffe.

    Vier Minuten vor dem Ende war es noch einmal Ronny Arendt, der auf Tor der VW-Städter zufuhr und abzog, doch es blieb beim 1:1 unentschieden. Als die Ingolstädter dann mit 5:4 Feldspielern agieren konnten, hämmerte Tim Conboy in der 57. Minute den Puck zur 2:1 Führung für Ingolstadt ins Mannheimer Tor. Die Adler warfen jetzt noch einmal alles nach vorne und nahmen sogar Torwart Felix Brückmann zugunsten eines weiteren Feldspielers aus dem Gehäuse, aber es blieb beim 2:1 für die Oberbayern.

    Mannheimer Adler : ERC Ingolstadt 1:2 (1:1/0:0/0:1)

    Tore: 1:0 (0:10) Ullmann (Rhault/Gamache) – EQ; 1:1 (02:44) Sabolic (Pielmeier) – SH1; 1:2 (56:43) Conboy (Hager/Köppchen) - PP1

    Schiedsrichter: Fischer /Hascher

    Strafzeiten: Mannheim 10 Min + 10 Min Sifers – Ingolstadt 12 Min

    Zuschauer: 10.672

    Torschüsse: Mannheim 40 (13/15/12) – Ingolstadt 25 (8/8/9)

     

    Aufstellung

    Mannheim: Brückmann Endras) – Reul, Vernace, Sifers, Wagner, Fischer, Kettemer, Goc – Rheault, Ullmann, Gamache, Buchwieser, Hospelt, Hecht, Mauer, Lehoux, Magowan, Höfflin, Kink, Arendt

    Ingolstadt:  Pielmeier (Janka) – Periard, Conboy, Hambly, Köppchen, Ficenec, Dinger -  Laliberte, Hahn, Thurnbull, Gawlik, Warg, Bouck, Sabolic, Hager, Oblinger, Rinke-Leitans, Claaßen, Boucher

     

     

     

     

     
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