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  • Di., 08. Oktober 2013, 12:00 Uhr
    IG Pfrimm informiert sich vor Ort: Vorbildhafte Umsetzung von Hochwasserschutz und Renaturierung zwischen Albisheim und Harxheim

    Teilstück der Pfrimm erwandert

    Seit der Gründung 2003 der Interessengemeinschaft Pfrimm e.V. ist es zur liebgewordenen Tradition geworden, jedes Jahr ein Teilstück entlang der Pfrimm zu wandern. Zum 10-jährigen Bestehen der Interessengemeinschaft fehlte nur noch der letzte Abschnitt zwischen der Ortsgemeinde Albisheim und der zur Ortsgemeinde Zellertal gehörende Ortsteil Harxheim, beide auf der pfälzischen Seite des Zellertales gelegen.

    Die Anreise wurde zünftig mit der Zellertalbahn gestaltet, die wie jedes Jahr und hoffentlich auch zukünftig, Touristen an Sonn- und Feiertagen von Monsheim nach Hochspeyer und zurück befördert.

    Historischer Schienenbus derzeit im Einsatz
    Seit dem 15.09.2013 ist wieder der historische Schienenbus auf dieser Strecke im Einsatz. Die 45 Mitreisenden sanken tief in die bequemen Sitze und bewunderten, neben der herbstlichen Landschaft, auch das handgeknüpfte Netz der Gepäckablage.

    In Albisheim angekommen, wurden die Freunde der Pfrimm von der gastfreundlichen Familie Hahn in ihrem schmucken Anwesen mit Bauergarten und der alten Schmiede, begrüßt. Der Ort liegt zentral im pfälzischen Teil des Zellertales im Mündungswinkel von Pfrimm und Leiselsbach. Zum Aperitif wurde ein neuer Cocktail Pfrimmwasser kreiert. Im ehemaligen Kuhstall, der zum gemütlichen, urigen Festsaal liebevoll umgestaltet wurde, lud die IG Pfrimm zu einem Umtrunk ein.

    Der Albisheimer Ortsbürgermeister, Friedrich Strack, begrüßte die Gruppe und referierte über die Geschichte der Gemeinde. Funde in der näheren Umgebung Albisheims deuten auf die Jungsteinzeit und auf eine keltische Siedlung hin. Im Jahr 835 wurde der Ort erstmals urkundlich durch eine Schenkung des Karolingerkönigs Ludwig der Deutsche erwähnt. Albisheim war Marktflecken und konnte seine Zentralität und gute Infrastruktur insbesondere durch die Pfrimm mit ihren Mühlen, der wichtigen Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt-Metz-Paris und der B 47 bis zum heutigen Tag erhalten.

    Einbindung in den Rheinlandpfalztakt
    Er erklärte, dass es besonders wichtig für den Ausflugsverkehr und damit auch die Einbindung in den Rheinlandpfalztakt ist, dass die Zellertalbahn der Region erhalten bleibt. Erste Anträge an die Landesregierung seien gestellt, entsprechende Mittel eingestellt; aber es ist noch nicht darüber entschieden worden. - Mit Herz und Seele bei der Sache und seiner Heimat und der Natur verbunden führt er anschließend die Gruppe entlang der Pfrimm Richtung Harxheim.

    „Achten Sie auf die gelben Quadrate entlang des Weges, wir befinden uns nämlich auf dem Nibelungenwanderweg, der vom Odenwald auf den Donnersberg führt, diesem folgen wir, gehen an der Kleinmühle, der Wiesenmühle und der Jüngstmühle vorbei und erreichen Harxheim“, erklärt er.

    Renaturierung weiter vorantreiben
    Unterwegs wird oft Halt gemacht und er berichtet uns kenntnisreich, wie bemüht die Verbandsgemeinde ist, Flächen für Gewässerrandstreifen zu erwerben, um die Renaturierung weiter voran zu betreiben. Nach einigen extremen Hochwasser, insbesondere dem von 1963, hat bei der Bevölkerung und den Behörden ein nachhaltiger Umdenkungsprozess begonnen. So konnte die Wandergruppe neugestaltete Retentionsräume bewundern, die teilweise als Sport- und Spielfläche genutzt werden, sich selbst überlassen als Bachauen entwickeln oder einem sog. Beweidungskonzept dienen, wo wildlebende Pferde ihre Heimat gefunden haben. Auch ein Feuchtbiotop kurz vor der Kleinmühle, dem sog. „Bernhardsche Weiher“, der unzähligen Wasservögel und Amphibien Lebensraum bietet, wurde bewundert und dessen Entstehung genauestens erklärt.

    In Harxheim mündet der Ammelbach in die Pfrimm, erfuhr die Gruppe und lernte somit, neben dem Leiselsbach, den zweiten Nebenfluss der Pfrimm auf diesem Teilstück kennen.

    Dank an Organisatoren
    In Harxheim angekommen dankte die Vorsitzende der IG Pfrimm, Eleonore Bittner, den Organisatoren der Wanderung, Bruno Heilig und Horst Dreier mit Partnerinnen, für die Vorbereitung und Organisation der Wanderung.

    Viele Freunde der Pfrimm haben jetzt von der Quelle zur Mündung die ganze Strecke kennengelernt und wünschen sich für die Zukunft, dass auch Radfahrer die Möglichkeit bekommen, auf einem Radweg die Route zurückzulegen. Der Albisheimer Ortsbürgermeister, Friedrich Strack, erklärte auch hierzu, dass auf dem erwanderten Teilstück der letzte Lückenschluss des Zellertalradweges noch in diesem Jahr gebaut werden soll. Somit wäre es möglich, von Worms mit dem Rad entlang der Pfrimm zum Donnersberg zu fahren.

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