
Von Rudolf Uhrig › Helmut Sippel zitierte aus der Prosadichtung des taoistischen Philosophen Tschuang-Tse, der von 370 bis 287 vor Christus lebte: „Willst du für ein Jahr vorausplanen, so baue Reis. Willst du für ein Jahrzehnt vorausplanen, so pflanze Bäume. Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen.“ Dies verknüpfte der Vorsitzende des Fördervereins der Lucie-Kölsch-Musikschule Worms e.V eben auch mit der Ausbildung der jungen Menschen mit Musik, „…denn sie ist eine tragende Säule der Kultur“, so Sippel weiter.
Anlass war die offizielle Einweihung und Eröffnung der Lucie-Kölsch-Musikschule im Silberborner Hof, dem neuen Domizil der Musikschule, der innerstädtisch zwischen Marktplatz, Dom, Andreasstift, Weckerlingplatz und WEP gelegen ist. Er ist Teil des Valckenberg-Areals, Elefantenhöfe in der Valckenbergstraße 18. Der historische Bau wurde nach dem Vorbild des barocken Domherrenhofes saniert.
Der erzwungene Umzug vom langjährigen Unterrichtsort, dem nach Plänen des Wormser Stadt-baumeisters Karl Hofmann errichteten Neorenaissancebaus der Gewerbeschule, erfolgte im April 2019 aus Brandschutzgründen erfolgen. Und zwar, wie Sippel sagte: „abrupt und unmittelbar.“
Mit viel gutem Willen der Stadtverwaltung, der Leitung und der Lehrerschaft der Jugendmusikschule wurde an 20 verschiedenen Stellen in der Stadt und sogar in Privaträumen fünf Jahre lang weiter unterrichtet. Allerdings blieb bei dieser Konstellation das soziale Umfeld auf der Strecke. Aber das ist jetzt Geschichte, denn am 26. August 2024 konnte der Unterrichtsbetrieb im Silberborner Hof aufgenommen werden.
„Musik gehört zu uns Menschen, seit wir existieren, Musik verbindet Menschen als universell verständliche Sprache. Das Spielen eines Musikinstrumentes spricht nahezu alle Sinne des Körpers an und fördert nach wissenschaftlichen Studien Intelligenz, Sozialverhalten und schulische Leistungen. Kinder erhalten die Möglichkeit als eine sinnliche Erfahrung zu erleben und mit ihren Bewegungen zu vernetzen. Kunst und Musik sind ein Teil des Fundaments der Gesellschaft und verbindet über Grenzen hinweg die Menschen und führt sie zusammen“, so Sippel in seinen weiteren Ausführungen.
Er, wie auch Oberbürgermeister Adolf Kessel, dankten der Valckenberg Areal Entwicklungs-gesellschaft mbH für den gelungenen Bau. „Historischer Charme einerseits und moderner Technologie andererseits wurden vortrefflich miteinander verbrunden“, so Dr. Marcus Walden von der Rheinhessen Sparkasse, der zudem noch einen Spendenscheck über 5.000 Euro mitbrachte.
„Das Geld dient der technischen Ausstattung damit die Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule ihre Fähigkeiten auf moderne musikpädagogische Weise weiter entwickeln können“, so Waldens Begründung.
„In den ersten Tagen war das Gewusel groß, wie in einem Ameisenhaufen, aber jetzt, jetzt sind wir wunderbar angekommen“, so berichtete zu Beginn der Feierstunde der Leiter der Schule, Wolfgang Neidhöfer.
Auf höchstem musikalischem Niveau trugen Professorin Olga Noel, das Geschwisterpaar Anita und Thomas Hoffmann, wie auch die erst 16-jährige Judith Schweizer zum Gelingen des Vormittages bei.
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