Begehung und Gesprächskreis zu Hindernissen für Senioren auf Einladung des Bürgervereines Wonnegau
Über Stock und über Steine
Schon der Trampelpfad kann Senioren vor ungeahnte Probleme stellen. Foto: Jannik Reinecke/Die Knipser
Zuerst geht es durch die beachtlich große Wohnanlage des Osthofener „Haus Jacobus“, dann auf die Straße. Schon hier ist das erste Hindernis in Sicht: Der hohe Bordstein; eine Herausforderung für jeden der auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen ist. Dann das nächste große Ärgernis: Ein viel zu schneller Verkehrsteilnehmer rast ungebremst durch die 30 km/h Zone und beschwert sich dann auch noch laut hupend über die Senioren, welche die Straße überqueren wollen.
Aber es kommt noch schlimmer. Da man auf dem Weg ins Osthofener Stadtzentrum mit eben diesen Problemen zu kämpfen hat, weichen viele Senioren auf einen Trampelpfad aus. Dieser birgt ungeahnte Risiken.
Am Montag hatte der Bürgerverein Wonnegau zu einer Begehung dieser Gefahrenstelle und einem anschließenden Gesprächskreis mit den Bewohnern des Seniorenheims eingeladen. Erschrocken über den Weg, und auch nachdenklich, zeigten sich viele Mitglieder des Vereins.
So fiel sofort auf, dass der „Weg“ über den Bolzplatz, durch die Brombeersträucher bis hin zu den Schrebergärten an den Bahngleisen, mehr als eine Gefahrenstelle in sich trägt. Beginnt man mal mit dem Pfad selber, fällt einem natürlich auf, dass er nicht gepflastert ist. Das ist nicht nur bei Nässe ein Problem, denn so ist auch eine weitere Stolperfalle gegeben. Doch damit enden die Schwierigkeiten nicht, denn auch die Beleuchtung des Pfades ist ein Desaster. Gerade in den Wintermonaten,wenn die Sonne früh untergeht, finden sich viele unserer Ältesten im Schatten und der Dunkelheit wieder, die diesen Weg am Abend einhüllen. Auch das war eins der Themen, die bei einem sich anschließenden Gesprächskreis diskutiert wurden.
Mehr Teilhabe bei besseren Wegen
Alexandra Sickenius, erste Vorsitzende des Bürgervereins, wusste hier zu erwähnen, dass ein sicherer Weg in die Stadt und zum Bahnhof ein Stück Lebensqualität für die knapp 200 Bewohner des Altenheims sei. Viele der Gesprächsteilnehmer stimmten ihr zu. „ Ich würde viel aktiver am Stadtleben teilhaben, wenn ich denn hin käme“, erzählte eine ältere Dame.
Auch das Thema um die Sitzbänke wird von vielen angesprochen. So wünschen sie sich, dass mehr Bänke auch im Gebiet außerhalb des Stadtzentrums aufgestellt werden. Auch dies wäre eine Erleichterung, denn der Weg beispielsweiße zu den Supermärkten kann beschwerlich sein, gerade wenn man nicht besonders gut zu Fuß ist.
Auch die Dauerthemen rund um den Verkehr wurden bei den Gesprächen nicht aus den Augen gelassen. So hagelte es Beschwerden, dass es nicht genug Parkplätze im Bahnhofsgebiet gäbe. Jedoch beleuchtete eine weitere ältere Dame das Bahnhofsumfeld in einem ganz anderen Licht. Sie erläuterte ihr Problem mit dem Pflaster das den Platz bedeckt, denn über die Steine lässt es sich nur unheimlich schwer mit dem Rollator fahren und da die „Terasse“ mit den Stühlen und Tischen der anliegenden Restaurantes belegt ist, ist auch dies keine Option für sie.
Unheimlich aufschlussreich und interessant, war der Abend gerade für die Menschen, die nicht direkt von dem Problem betroffen sind. Es seien viele Details, die für Senioren beschwerlich sein können, die aber gar nicht direkt auffallen, so Sickenius. „Wenn man die Augen öffnet und etwas verändert, dann steigt auch die Lebensqualität für unsere älteren Mitbürger. Wir müssen etwas tun“ so lautete das Fazit des Bürgervereines.