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  • Fr., 03. Januar 2014, 17:20 Uhr
    Ruderer des Wormser Ruderclubs Blau-Weiß geben bei ihrer Neujahrsauffahrt Takt und Richtung vor / VfR-Trainingsauftakt am 7. Januar um 15 Uhr

    Und in welche Richtung steuert das Wormatia-Schiff?

    Die Ruderer der Blau-Weißen trotzten wieder den Witterungen bei der traditionellen Auffahrt auf dem Rhein. Welches Schicksal die Fußballler der Rot-Weißen im neuen Jahr erleiden werden, bleibt trotz schlechter Ausgangslage nach wie vor offen. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL Keine oder kaum eine Sportart ist so spezifisch, als dass man nicht voneinander lernen und profitieren könnte. So besonders auch vom Rudersport. Ist der Einer-Ruderer hierbei noch zum Individualsport zu zählen, wo Frau oder Mann an den Ruderblättern alleine und nur für sich verantwortlich Takt und Geschwindigkeit bestimmen, so kommt es spätestens ab der Zweier-Bootsklasse bis hin zum Achter, ganz speziell darauf an, dass alle im Boot an einem Strang – sprich den Rudern – ziehen.
    Der Steuermann ist für die Einhaltung der Ideal-Linie bis in das Ziel verantwortlich und der Schlagmann (als Erster im Boot), je nach Lage des Rennens, gibt das Tempo (Schlagzahl) vor und alle übrigen im Boot müssen sich 100-prozentig einbringen. Wenn nicht, bleibt man auf der Strecke. Da kann und ist es auch schon vorgekommen, dass ein Weltmeister oder gar Olympiasieger plötzlich nicht mehr im Boot saß, da er nach Auffassung des Trainers nicht mehr die Anforderungen erfüllen konnte und deshalb ausgetauscht wurde.
    Das Wichtigste – neben maximalem Trainingseinsatz – um im Rudersport erfolgreich zu sein, ist primär das gemeinsame Ziel und ganz besonders die Harmonie. Gepaart mit Kraft, Technik, der richtigen Psyche, positivem Denken und Stehvermögen sind das weitere wichtige Voraussetzungen, um stets eine „handbreit Wasser unter dem Kiel“ zu haben. Da gibt es auch, je nach Skullplätzen bzw. Bootsgattung, eine klare Hierarchie.

    Schlägt das Wormatia-Schiff nach Steuerfehler leck?

    Doch was hat das mit der Regionalliga-Mannschaft des VfR Wormatia zu tun? Das Wormatia-Schiff befindet sich auf einem Kurs, der alles andere als ein sicheres Ankommen über die Ziellinie, sprich den Klassenerhalt, verspricht. Was die vorgenannten Voraussetzungen zu einem erfolgreichen Abschluss angeht, fehlten im Jahr 2013 allzu viele Eigenschaften. Wo blieben die geforderten, konstant guten Leistungen, mit der Trainer Stefan Emmerling im Januar letzten Jahres als Vorgabe seine Arbeit aufnahm? Auch mit seinem Nachfolger Hans-Jürgen Boysen seit Oktober letzten Jahres wurde es nicht besser. Also kann man auch vordergründig dem Trainer nicht die alleinige Schuld geben.

    Mit Regisseur auf dem Platz zum Erfolg?

    Wo ist oder war der Steuermann oder Schlagmann, der auf dem Spielfeld die vom Trainer mitgegebene Order umsetzte, Verantwortung übernahm, seine Mitspieler mitriss und auf dem Platz Regie führte? Da war und ist bisher auch keine aber nunmal notwendige Hierarchie zu erkennen. Da fehlte bisher der rote Faden, der vom Torhüter bis zum letzten Feldspieler durchgehen muss, um als Sieger vom Platz zu gehen. Von einem stets positiven Denken schon einmal ganz abgesehen, das auch meist sofort zusammenbrach, wenn es, leider zu oft, zu gefährlichen Bugwellen, sprich Gegentoren, kam.

    Auch das „krebsen“ im unruhigen Fahrwasser – sei es Kopflosigkeit oder individuelle Fehler – machten es dem Gegner allzu leicht. Die Kraft und vorhandene Technik eines jeden Spielers reicht nicht aus, wenn die Mannschaft als Team nicht an einem Strang zieht. Egal, wer die Tore schießt, hauptsache sie werden als Endprodukt einer funktionierenden Einheit endlich Realität. Wer das Jahr 2013 gedanklich als treuer Wormatia-Fan an sich vorüberziehen ließ, der kommt zu der Erkenntnis, dass die Psyche bisher wohl das größte Problem war. Wenn alle anderen Vorraussetzungen in ihrer Gesamtheit funktionieren, führt dies unweigerlich zum Erfolg.

    Auftakt am 7. Januar – alle Mann an Bord?

    Es bleibt nur noch die Hoffnung, dass das Wormatia-Schiff nicht mit dem Abstieg in den Fluten sinkt. Mit dem Trainingsbeginn am 7. Januar 2014 um 15 Uhr kann die Crew hoffentlich  volle Fahrt aufnehmen und hat auch nach Saisonende eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

    Können Neuzugänge das Ruder herumreißen?

    Personelle Veränderungen, wenn überhaupt möglich, sind sicherlich eine Maßnahme, um über Wasser zu bleiben. Ob nicht auch ein Mentaltrainer helfen sollte, vorhandene Blockaden zu lösen?
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