
Von Rudolf Uhrig › Die „Piffelkumer“ sind die Ersten im Kerwereigen der Stadtteile und des Wonnegaus. Für Jochen Egelhof war es im letzten Jahr eines seiner ersten Amtshandlungen als neuer Ortsvorsteher, nun konnte er zum zweiten Mal die Kerb im Hof der evangelischen Kirchengemeinde in der Landgrafenstraße eröffnen und meinte: „… in diesem Jahr habe ich viel erfahren und gelernt.“ Damit konstatierte er, dass es nicht ganz einfach ist, so eine Kerwe auf die Beine zu stellen. „Ja, die Kerb ist anders als früher – klein, aber fein“, brachte Egelhof es auf den Punkt.
Viele Ehrengäste waren gekommen, darunter Jan Metzler (MdB), Timo Horst vom Stadtvorstand, Dirk Beyer (MdL) sowie die Wormser Bürgermeisterin Stephanie Lohr. In ihrem Grußwort griff sie den Ball von Egelhof auf: „Eine kleine, aber feine Kerb ist genauso viel wert wie eine große!“ Und sie rief die Kerwebesucher zum Feiern und Frohsinn auf: „Lassen Sie Ihre Alltagssorgen zuhause“, so ihr Tipp.
Natürlich sprach auch Jacqueline Manke, die 1. Vorsitzende der IG Piffelkumer Kerb e.V., die veränderten Rahmenbedingungen an: „Alle Vereine, auch in und um Worms, kämpfen Jahr für Jahr mit gestiegenen Kosten, höheren Anforderungen und einem Mangel an Helfern – die Liste ist lang, und es ist nicht immer einfach.“ Dennoch zeigte sie sich sehr glücklich darüber, dass die Kerb überhaupt stattfinden kann. „Für uns in Piffelkum ist die Kerb mehr als nur ein Fest – sie ist gelebte Tradition, ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Freude. Hier treffen Jung und Alt, Neubürger und Urgesteine aufeinander.“
Sie freute sich über einen proppenvollen Hof, dankte den ehrenamtlichen Helfern, dem evangelischen Posaunenchor unter Leitung von Rainer Eschenfelder sowie der Tanzgruppe „Mini Hoppers“, welche für viel Applaus bei den Gästen sorgte.
„Langweilig war es nicht, überall war es schön – aber der große Backfischfestumzug mit Tausenden von Zuschauern an den Straßen ist schon etwas ganz Besonderes“, hob das amtierende Kerwemädchen Michelle I. hervor. Ein tolles Erlebnis, so berichtete Michelle, war es, als sie sich mit Schärpe und großem Hut vor dem Reichstagsgebäude in Berlin wieder fand. „Noch viel schöner aber waren im vergangenen Jahr die vielen freundlichen Menschen, die ich getroffen habe und mit denen ich Freundschaften schließen konnte“, so ihr Rückblick.
„Kerb ist Stimmung mit Herz, und das verbindet uns über Generationen hinweg“, sagte sie mit einem Lächeln. Und genau diesen Optimismus bewies sie, denn sie „verlängerte“ ihr Amtsjahr gleich um ein weiteres. Jens Köster, der 2. Vereinsvorsitzende, machte den Entschluss gleich mit einem symbolischen Akt klar: Er legte Michelle I. die neue Schärpe mit dem neuen Datum um.
Keine Piffelkumer Kerb ohne die Fischerwääder! Markus Trapp sorgte wieder für Kurzweil und Lacher. Er meinte auch: „Mach das Ding (gemeint war der Handnirscht) nochmal randvoll, damit sie auch etwas davon hat.“ Insofern kam Michelle I. in den Genuss gleich ein zweites Mal die Kelle mit mindestens 11 Volumenprozent leeren zu dürfen.
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