NestléHealthScience investiert zweistelligen Millionenbetrag ins Werk Osthofen und plant die Schaffung von 50 neuen Arbeitsplätzen
Von Osthofen in die weite Welt
Markus Wendling und Frank Brinkmann (von links) vor der alten Produktion für Pulverprodukte, an die sich das neue Gebäude direkt anschließen soll. Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR „Unsere Produkte stellen eine Brücke von der Ernährungs- zur Pharmaindustrie dar“, umriss Frank Brinkmann grob das Portfolio des Osthofener Werkes der NestléHealthScience. Damit unterstrich der Werksleiter auch gleich einen der Gründe für die signifikante Produktionserweiterung und Modernisierung der Pulverproduktion in der Wonnegaumetropole.
Schon von einem der Vorgängerbetriebe trat die Ovomaltine der Osthofener Familie Wander ihren Siegeszug um die Welt an. Und auch heute entwickelt und produziert hier die NestléHealthScience Sonden- und Nahrungsergänzungsmittel, die ihrerseits zu 90 Prozent in über 40 Länder weltweit exportiert werden, u.a. exklusiv für den australischen Markt.
An dem seit 2011 zu Nestlé gehörenden Produktionsstandort werden vor allem Sondennahrung wie SmartFlexR und spezielle Nahrungsstubstrate zur Unterstützung bei altersbedingten Beschwerden, Pulverprodukte als Nahrungsergänzungsmittel wie (MeriteneR) sowie Produkte zur Behandlung von Übergewicht (OptifastR) hergestellt und exklusiv über Apotheken vertrieben werden.
Große Nachfrage
Und sowohl die hohen Standards der Pharmaindustrie wie auch hohe Nachfrage im Markt machten die Produktionserweiterung gerade bei den Pulverprodukten jetzt nötig, so Brinkmann. Daher investiere die NestléHealthScience in den Standort Osthofen einen zweistelligen Millionenbetrag, um die Produktionsfläche der Pulverprodukte von 7.500 m2 auf 15.000 m2 zu verdoppeln.
Ein Neubau im Zentrum der Liegenschaft und die Modernisierung der bestehenden Anlagen machen die Kapazitätsvergrößerung möglich, die mit der Schaffung von rund 50 neuen Arbeitsplätzen im Laufe der nächsten 2 bis 3 Jahre einhergehe, betont Frank Brinkmann. Überhaupt habe man die Anzahl der Arbeitsplätze seit der Übernahme von Novartis im Jahre 2011 von damals 260 auf aktuell 330 deutlich steigern können.
„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis von Nestlé für den Standort Deutschland und und speziell das Werk Osthofen“, so Brinkmann. »Made in Germany« erweise sich einmal mehr als „begehrtes Qualitätssiegel für anspruchsvolle Produkte“.
Klares Bekenntnis zum Standort Osthofen
Während die Planungen am Donnerstag der Presse vorgestellt wurden, hatten die Verantwortlichen bereits am Abend vorher die Nachbarschaft eingeladen, um zunächst ihnen ihre Pläne zu unterbreiten.
„Es war uns wichtig, die Nachbarn zu informieren, weil ja solche Baumaßnahmen mit einer größeren Lärm- und Staubbelastung, erheblichem Baustellenverkehr und Schmutz einhergehen“, ergänzte Markus Wendling, der konkret mit der Baumaßnahme betraut ist.
Noch im Februar werde eine Baustellenzufahrt eingerichtet, entsprechende Rodungsarbeiten durchgeführt und im April mit dem Abriss alter Liegenschaften begonnen. Im Mai soll ein Containerdorf für 25 bis 30 Mitarbeiter des Projektteams aufgestellt werden und im September die alte Werkstatt zum Teil abgerissen werden. Dann soll im Laufe eines Jahres das neue Gebäude entstehen. Es orientiere sich in der Höhe ungefähr am bestehenden und wird mit der neuesten Gebäude- und Klimatechnik ausgerüstet, was auch die Lärmbelästigung der Umgebung verhindert, betont Wendling. Wenn die Witterung mitspiele, könne die neue Produktion dann im September 2018 in Betrieb genommen werden, um dann mit der Modernisierung der älteren Bereiche zu beginnen.
Die Wiederaufforstung soll dann in enger Absprache mit den Nachbarn erfolgen, ergänzte Frank Brinkmann.
Einen freut die Entwicklung ganz besonders: Für den Osthofener Bürgermeister Thomas Goller ist die Investition von Nestlé „ein Segen für die Stadt“, von dem alle probieren würden. Der Standort werde jetzt fit für die Zukunft gemacht, „etwas Besseres konnte Osthofen nicht passieren“.
Frank Brinkmann betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Werkes für die Region, denn immerhin kämen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter aus einem Umkreis kleiner als 10 Kilometer. Und auch die lokale Wirtschaft profitiere, den neben Handwerksbetrieben arbeite man schon seit Jahren und in großem Umfang mit der Rheindürkheimer Spedition TST zusammen.