Foto: Museum Andreasstift/Claudia Weissert
Die Zeitumstellung ist der Versuch, sich dem natürlichen Tagesablauf und dem uralten Tag-Nacht-Rhythmus anzunähern. Sie zeigt, wie eng der Mensch seine Zeit an die Sonne bindet. Bereits seit Jahrtausenden beobachteten Menschen die Sonne, ihre Auf- und Untergänge sowie die wechselnden Tageslängen im Jahreslauf. Auch wenn das genaue Entstehungsdatum der Sonnenuhr unbekannt ist, gilt die Beobachtung von Schatten als eine der ältesten Methoden der Zeitmessung. Noch heute erinnern Maße wie „1 Morgen“ (die Fläche, die an einem Morgen gepflügt werden konnte) oder die „Tagesreise“ daran, dass Zeit und Entfernung eng verbunden sind.
Die ältesten bekannten Sonnenuhren stammen aus Ägypten und sind etwa 3500 Jahre alt. Mithilfe eines sogenannten Gnomons (gr. Zeiger) wurde ein Schatten auf eine Skala geworfen, der im Laufe des Tages wanderte – eine Methode, die den Tagesablauf vieler Generationen prägte. Im 15. Jahrhundert, mit der Entwicklung tragbarer Uhren, erlebte auch die mobile Sonnenuhr eine Renaissance. Verschiedene Formen wie die Büchsen- oder Würfelsonnenuhr wurden beliebt, da sie günstiger herzustellen waren als mechanische Uhren. Erst die Industrialisierung und neue Fertigungsmethoden verdrängten die Sonnenuhren.
Auch im Magazin des Museums im Andreasstift werden verschiedene Sonnenuhren bewahrt. Besonders hervorzuheben ist die kunstvoll bemalte Würfelsonnenuhr der Familie Kleininger aus der Zeit um 1800. Die Würfelform erlaubt es, jeder Seite eine Himmelsrichtung zuzuordnen – so zeigt morgens die Ostseite, mittags die Südseite die Zeit an. Diese Sonnenuhr ist nun für einen Monat im Museum der Stadt Worms im Andreasstift zu bestaunen.
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