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Fr., 06. Dezember 2013, 21:33 Uhr
Finale 2013: VfR will am Sonntag um 14 Uhr bei der U23 von Eintracht Frankfurt endlich den 2. Saisonsieg einfahren / Mit Zuversicht ins neue Jahr
Wormatia möchte kleinen Adlern die Flügel stutzen
Zum Saisonauftakt gegen Eintracht Frankfurt II gab Srdjan Baljak (links) sein Debut im Wormatia-Trikot. Zweifellos ein guter Fußballer, doch mit dem Toreschießen hatte er bisher nicht gerade viel Glück. Foto: Klaus Diehl
VON KLAUS DIEHL Es war die 87. Spielminute als am 27. Juli 2013 zum Saisonauftakt Zahit Findik von der U23 der Frankfurter Eintracht in der EWR-Arena zum 1:1-Endstand ausgleichen konnte. Die Wormaten führten zu diesem Zeitpunkt durch ein Freistoßtor von Neuzugang Kevin Wölk in der 61. Minute mit 1:0. Naja, dachten die Wormatiafans, das kann im ersten Spiel der neuen Saison passieren, zumal die kleinen Adlerträger sich selten so stark in der EWR-Arena präsentierten. Zuvor hatten sie gegen die Wormaten in den letzten vier Spielen nur Niederlagen kassiert. Selbst der größte Pessimist konnte nicht ahnen, was sich danach bei der „Alten Dame“ Wormatia abspielen sollte. Ein Sieg am 13. September mit 3:2 gegen den SC Pfullendorf, 10 Unentschieden und 7 Niederlagen. Dazu in vielen Spielen Leistungen auf dem berüchtigten Rasen in der EWR-Arena und auf fremdem Geläuf, die bei den Fans das Fass überlaufen ließen und die Verantwortlichen in Erklärungsnot brachten.
Nach der 0:2-Heimniederlage am 5. Oktober gegen die TSG Hoffenheim II gab Stefan Emmerling einen Tag später aus persönlichen Gründen sein Traineramt auf und Hans-Jürgen Boysen, Retter in der Not, übernahm das Zepter. Bis heute ist es auch ihm nicht gelungen, einen weiteren Dreier einzufahren, obwohl sich die Chancen dazu – anders wie zuvor – häuften. Lediglich gegen die SG Sonnenhof Großaspach und zuletzt gegen die Offenbacher Kickers reichte es zu einem Punkt. Dennoch durfte man gerade in diesen Spielen, auch beim 0:4 bei der U23 des FSV Mainz 05, feststellen, dass die personell umgestylte Mannschaft auf bessere Taten hoffen lässt.
Mannschaft hat zweite Chance verdient
Die Fans erkennen, dass da eine verjüngte und veränderte Mannschaft auf dem Platz steht, die auch kämpferisch bereit ist, alles zu geben und auch spielerisch Fortschritte andeutet. Folglich war Trainer Hans-Jürgen Boysen am letzten Samstag beim torlosen 0:0 gegen die Offenbacher Kickers durchaus mit der Leistung eingesetzten 14 Akteure auf dem Platz zufrieden, keinesfalls aber mit dem Ergebnis. Nach wie vor ist das größte Handicap das „Toreschießen“. Selbst frei vor des Gegners Gehäuse stehend, findet das Runde nicht den Weg in das Eckige. Zweifellos teilweise auch ein mentales Problem, da fehlt das Selbstvertrauen und der nötige Killerinstinkt. Nach einer solchen Seuchenserie im bisherigen Saisonverlauf mit mickrigen 14 erzielten Treffern – alle Mannschaften in der Regionalliga Südwest trafen bisher besser – liegen die Defizite klar auf der Hand, doch sie sind nicht alle zu entschuldigen.
Mehr Mut zum Risiko
Etwas mehr Mut zum Risiko und die Bereitschaft bis zur absoluten Schmerzgrenze zu gehen, stünde der Mannschaft gut zu Gesicht. Das ist am Sonntag in der Volksbank-Arena in „Mainhatten“ Voraussetzung, um beim Jahresfinale doch noch den zweiten Dreier im 19. Saisonspiel einfahren zu können. Nicht mit dabei sein wird Alper Akcam wegen seiner Gelbsperre, dafür könnte wohl Adam Jabiri von Beginn an auflaufen oder gar zusammen mit Markus Müller eine Doppelspitze bilden. Ansonsten hat der Wormatia-Coach keine Veranlassung, um ohne Not die Mannschaft umzubauen. Vielleicht hilft auch die Devise: „Angriff ist die beste Verteidigung“.
Alla Wormatia, packen wie es letztmals im Jahr 2013 endlich mit dem zweiten Dreier an!