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  • Mo., 21. September 2026, 18:21 Uhr
    FUSSBALL OBERLIGA: Wormatia schlägt sich selber / Samstag muss wieder eine Reaktion her

    Zwei Gesichter einer Mannschaft

    Dass Tim Grünewald eine gute Schusstechnik besitzt, zeigte er beim letzten Treffer der Partie. Könnte als Anschauungsunterricht für seine Mitspieler genommen werden.
    Archivfoto: Felix Diehl

    Von Marcus Diehl › Eines kann dem Team in der Oberliga nicht abgesprochen werden: Es gelingt, jede aufkommende Euphorie innerhalb einer Woche wieder im Keim zu ersticken. Hat der VfR Wormatia Worms eine Mannschaft mit zwei Gesichtern? Die Antwort kann nur lauten: „Ja“. Anders ist der bisherige Saisonverlauf nicht zu erklären. Gegen Spitzenteams erzielen sie Spitzenresultate, während sie sich gegen vermeintlich schwächere Gegner um den verdienten Lohn bringen.

     Zur Wahrheit gehört in dieser Saison aber auch, dass die Liga so ausgeglichen ist wie seit Jahren nicht mehr. An jedem Spieltag muss man demütig an die Sache herangehen, als stünde der Tabellenführer auf dem Platz gegenüber. Am Sonntag kam das negative Gesicht zum Vorschein. Beim Auswärtsspiel gegen den FC Hertha Wiesbach gingen die drei Punkte mit einem 2:3 (0:1) verloren. Trainer Artur Lemm sagte dazu: „Wir haben die erste Hälfte total verschlafen. Nur mit schöner Spielerei geht es in dieser Liga nicht.“

    Slapstick vom Feinsten

    Alles, was das Slapstick-Regal zu bieten hat, holte die Wormatia heraus – Gegentore leiteten sie selber ein. Beim 0:1 patzte Torhüter Luca Pedretti, als der Ball durch die Finger flutschte. Der dahinterstehende Luca Blaß sagte „Dankeschön“. Ein langer Ball wurde von Raphael Akoto falsch eingeschätzt. Der Ball rutschte über den Scheitel genau in den Fuß von Nicola Cortese – 1:2.

    Das 1:3 war eine Co-Produktion von Isaac Okwubor und Mendim Crnaveri. Beide bekamen den Ball nicht geklärt und jetzt bedankte sich Alexio Bauer. In der Offensive schaffte Isaak Okwubor das Kunststück, gleich zweimal in Eins-zu-eins-Duellen mit dem Torhüter als Verlierer dazustehen. „Wir bekommen einfach keine Konstanz hinein. Es fehlte an Aufmerksamkeit, das Zweikampfverhalten war nicht ausgeprägt. Wir haben dem Gegner Mut gemacht“, analysierte der Coach. 

    In Halbzeit zwei war die Leistung nach dem Geschmack des Trainers. Der VfR hatte ein anderes Auftreten. Sie waren dominant, erspielten sich jede Menge Torchancen. Nur genutzt wurden sie nicht im gehörigen Maße. Beste Gelegenheiten wurden vertändelt – es fehlte die Effizienz. Mit der beste Spielzug brachte das 1:1 durch Belel Meslem. In der Nachspielzeit brachte ein 20-m-Kracher von Tim Grünewald das 2:3‑Endergebnis. Ein Beispiel, dass Tore auch über Distanzschüsse fallen können. 

    Wie ist das Spiel zu werten?

    Von der Einstellung war nach der Pause nichts zu bemängeln. Durch die verletzungs- oder krankheitsbedingten Auswechslungen von Volkan Rona und Justin Barry wurde mit Mendim Crnaveri und Kaan Özkaya auf eine Doppelsechs umgebaut. Es kam mehr Zugriff in das Spiel hinein. Durch krasse Fehler machten sie sich das Spiel selber kaputt.

    Dass die Mannschaft Potenzial besitzt, haben sie schon bewiesen. Daher ist es unerklärlich, warum sie es nicht immer auf den Platz bringen. Jede Partie muss so angegangen werden wie die zweite Hälfte. Zur Pause war sich jeder sicher, dass die Partie noch gedreht werden kann. Sie müssen so schnell wie möglich die richtige Stabilität finden. In den nächsten vier Partien steht nur Mechtersheim vor der Wormatia in der Tabelle. Die anderen drei auf möglichen Abstiegsplätzen. Wenn die Serie so weitergeht, werden nur drei Punkte herausspringen und dann geht der Blick mit Gewissheit nach unten. 

    Nächstes Spiel

    Am Samstag kommt der Aufsteiger Ahrweiler BC. Vom Papier her besitzen sie einen starken Kader mit etlicher Oberliga- und Regionalligaerfahrung. Am letzten Wochenende holten sie ihren ersten Saisonsieg, was sicherlich das Selbstbewusstsein weiter erhöht hat. Anpfiff ist um 14 Uhr in der EWR-Arena.

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