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  • Sa., 04. Januar 2025, 10:00 Uhr
    WORMS: Hakenkreuzschmierereien stören laut VNN-BdA das Gedenken einer Familie an verstorbenen Vater

    Aufruf zur Solidarität

    Hakenkreuzschmierereien prangen pietätlos an der Wohnstätte des Sohnes des kürzlich verstorbenen Sinto Stefan Köcher, welcher den Holocaust in der NS-Diktatur wie durch ein Wunder überlebt hatte (der NK berichtete). Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) verurteilt die Schmierereien; sie seien eine Schande und für alle Opfer des Faschismus beleidigend.

    Es sei reiner Fremdenhass in Form von Antiziganismus, heißt es weiter in der Erklärung der VVN-BdA Kreisverband Worms-Alzey. Auch darum müsse die Verfolgung des oder der Täter konsequenter erfolgen als das lapidare Abtun der Nazischmierereien am Bürogebäude der Grünen und beim Helferkreis Asyl Worms e.V.

    Als Lichtblick sieht die VVN hingegen den Rückhalt, die der Sohn bei den Nachbarn genieße. 

    Verband kritisiert AfD

    „Wir leben in einem rechtslastigen unmenschlichen Klima, das rechtsextreme Taten befördert“, erklärt der VVN ferner. Beispielsweise stelle die AfD Anfragen und Anträge zur Registrierung der Sinti und Roma. In Sachsen gehe die vom Verfassungsschutz beobachtete Partei so weit, dass sie auch Menschen mit Behinderung erfassen möchte. In Thüringen wollte die AfD wissen, wie viele Homo-, Bi- und Transsexuelle in dem Bundesland leben. Im Bundestag wollten sie erfahren, wie sich die Zahl der behinderten Menschen mit Migrationshintergrund seit 2012 verändert habe. Dies erinnere an den Faschismus, wie er in Deutschland 1933 bis 1945 menschenverachtend und mordend wütete.

    Mehr Anerkennung wünschenswert

    Aber auch nach 1945 könne ein Klima der Schande festgestellt werden, Entschädigungsansprüche seien oft abgewiesen worden, die von den Faschisten aberkannte Staatsbürgerschaft der Sinti und Roma sei nicht wiederhergestellt worden. Erst seit 1981 gebe es zögerliche Aufarbeitungen – wobei das öffentliche Interesse weiterhin gering ausfalle: „Nur wenige Menschen nahmen an der Gedenkveranstaltung im Mai des vergangenen Jahres am Wormser Mahnmal für die Opfer des Faschismus teil, um der Deportation der Sinti und Roma vom Wormser Bahnhof aus zu gedenken“, bedauern die Mitglieder des VVN-BdA Kreisverbandes Worms-Alzey.

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