Ortsvorsteher Adolf Kessel sprach beim Neujahrsempfang in Rheindürkheim neben lokalen Themen auch über die Herausforderungen für unsere Demokratie
Hass nicht mit Hass beantworten
Die Verleihung des historischen Gerichtssiegels war der Höhepunkt des Abends. Von links: Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Oberbürgermeister Michael Kissel, Irmgard und Waldemar Hecht, Petra Deibert, Oliver Schuh und Ortsvorsteher Adolf Kessel. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Rheindürkheimer Ortsvorsteher Adolf Kessel (CDU) begrüßte am Mittwoch gegen 20 Uhr die zahlreichen Besucher zum Neujahrsempfang des Wormser Stadtteils im Dorfgemeinschaftshaus „Hessischer Hof.“ Zunächst galt es einen traurigen Moment zu überwinden, denn Adolf Kessel erinnerte an Manfred Sippel, der kurz nach seinem 60. Lebensjahr im Jahr 2016 verstorben war, und an Bärbel Hensel, die im Dezember mit gerade einmal 53 Jahren von uns ging.
Nach einer Schweigeminute sprach Adolf Kessel die Herausforderungen für das Jahr 2017 an. Ganz wichtig sei die Sanierung der Kita, für die im städtischen Haushalt 850.000 Euro eingeplant wurden. Auch bei der Renovierung der Grundschule komme Rheindürkheim, wenn auch nur in kleinen Schritten, langsam voran.
Wichtige Flüchtlingsarbeit
Ein ganz besonderer Dank ging von Adolf Kessel an die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern, die sich bei der Integration der rund 80 Flüchtlingen in Rheindürkheim engagiert einbrachten. Rund die Hälfte der Asylbewerber sei inzwischen anerkannt, jetzt gelte es, für sie günstige Wohnungen zu finden.
Ein Wunsch des Ortsvorstehers war es, dass die Erschließung des „Gleisdreiecks“ rasch gelinge.
Einen großen Dank sprach Adolf Kessel für Oliver Schuh aus, der am 31. Oktober vom Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers zurücktrat. Auf der Sitzung des Ortsbeirates am 9. November wurde Adolf Beutel zum Nachfolger gewählt.
Neue Linde gepflanzt
Das Wahrzeichen des Ortes, die Linde an der Rheinmauer, sei dem mächtigen Sturm im Frühjahr zum Opfer gefallen, so der Ortsvorsteher. Inzwischen habe man aber eine neue Linde gepflanzt.
Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des historischen Rheindürkheimer Gerichtssiegels an zwei verdiente Mitbürger. Dies waren Petra Deibert für ihr großes Engagement bei den Landfrauen und an Waldmar Hecht, der mit seinem Orgelspiel in der Simultankirche für die musikalische Umrahmung sorgte und daneben auch seien Schlager- und Unterhaltungsmusik zum Besten gab.
Tolerante Gesellschaft
Zum Abschluss des offiziellen Teils sagte Adolf Kessel: „Uns allen wünsche ich nach den schrecklichen Geschehnissen der letzten Tage in Berlin und Istanbul, dass wir auf diesen blinden Hass nicht mit Hass und Ausgrenzung reagieren, denn dann hätte der menschenverachtete Terrorismus sein Ziel erreicht. Auch die populistischen Scharfmacher dürfen daraus keinen Profit schlagen, vielmehr müssen wir Demokraten in diesen unruhigen Zeiten unsere offene und tolerante Gesellschaft verteidigen.“