Von Florian Helfert › Die bisherige Sanierung der Wormser Ringanlage ist gelungen, denn so hat sie seit 2015 in mehreren Bauabschnitten sowohl die Lutheranlage als auch die Stadtmauer bis zum Andreastor erfolgreich in Szene gesetzt. Jetzt sollen die Hans-Thierolf-Anlage zwischen Andreastor und Valckenbergstraße sowie am entgegengesetzten Ende die 118er Anlage am Adenauerring folgen.
„Die historische Stadtmauer wird dann durchgängig mit punktuell gesetzten, energiesparsamen LED-Strahlern beleuchtet sein“, erklärte Dieter Rauh, Abteilungsleiter des Bereiches Stadtentwicklung, Planen und Bauen, den Mitgliedern des Bauausschusses am Donnerstagnachmittag im Ratssaal. Touristisch und gestalterisch positiv bewertete er darüber hinaus, dass die Ringanlage künftig in einem einheitlich Stil erstrahlen werde.
Leichtere Bewässerung
In der Zukunft wird auch das Bewässern der Anlagen für die Gärtner vereinfacht werden: In der Hans-Thierolf-Anlage sind fehlende Wasseranschlüsse eingeplant – dort muss bis heute das Wasser immer angefahren werden. In der 118er Anlage ist eine automatische Bewässerung eingeplant, wenn möglich über Tiefbrunnen. Der Genehmigungsantrag laufe.
„Im Moment gibt es im Senkgarten zur 118er Anlage hin noch mit Mauern gefasste Brunnen mit einem desolaten Zustand der Technik und regelmäßigem Vandalismus“, informierte Dieter Rauh. Vorgeschlagen wird, die beiden Brunnenbecken zu entfernen und stattdessen jeweils ein Fontänenfeld, ähnlich wie an der Wormser Hauptsparkasse, zu installieren. Neben geringeren Unterhaltungskosten offeriere diese Lösung den städtischen Gärtnern die Option, die Wasserfontänen abzustellen, um mit ihren Fahrzeugen ohne großes Rangieren einfach über sie hinweg fahren zu können.
Freisitz des Tivoli bleibt – vorerst
Ein weiterer wesentlicher Aspekt betraf den Zugang zur 118er Anlage. Erstens sei so manche Treppenanlage nicht mehr verkehrssicher und zweitens könnte dort, wo der geringste Höhenunterschied zum Senkgarten bestünde, eine für Barrierefreiheit optimierte Rampe errichtet werden. Hierfür müsste der 1999 zulasten der Grünanlage entstandene Freisitz der ehemaligen Tivoli-Gaststätte zurückgebaut werden, wie Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst anmerkte und explizit zur Debatte aufforderte. Schlussendlich konnte sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder jedoch noch nicht zum Rückbau durchringen.
Kosten und Finanzierung
Für die Hans-Thierolf-Anlage veranschlagte Dieter Rauh geschätzte Kosten in Höhe von 430.000 Euro. Insofern es in die Städtebauförderung für das Domquartier mit einem Gesamtvolumen von 16 Millionen Euro aufgenommen werden könnte, müsste die Stadt Worms nur einen Kostenanteil in Höhe von zehn Prozent übernehmen.
Für die 118er Anlage wurden Kosten in Höhe von annähernd einer Million Euro prognostiziert. „Spätestens Ende Oktober möchten wir den Förderantrag stellen und im Idealfall im Spätsommer oder Herbst des kommenden Jahres mit der Baumaßnahme beginnen“, so Dieter Rauh. Über den Investitionsstock („I-Stock“) des Landes Rheinland-Pfalz sei eine Förderquote von 60 Prozent möglich.
Und für beide Anlagen gilt: Abhängig vom Baubeginn ist mit einer jährlichen Kostensteigerung von 10 bis 15 Prozent bei der aktuellen Inflation zu rechnen
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