Verbandsgemeinde Eichs Bürgermeister Maximilian Abstein im Interview
100 Tage im Amt – Ein erstes Resumée
Am Dienstag, dem 10. Mai sind es genau 100 Tage, die Bürgermeister Maximilian Abstein im Amt ist. Diese Frist wird in der Politik üblicherweise eingeräumt, damit neue Amtsinhaber sich mit Abläufen vertraut machen können.
Der neue VG-Chef ist erst 32 Jahre alt und der erste CDU-Mann, der an der Spitze der VG-Verwaltung in Eich steht. Mit ihm wurde auch ein Generationenwechsel vollzogen.
Bei der Kommunalwahl 2014 ist er zum Ortsbürgermeister von Mettenheim gewählt worden – ein Ehrenamt, das er auch als VG-Bürgermeister behalten hat. Ein Interview mit Maximilian Abstein über Verblüffendes, Erfolge, Zukunftsprojekte, Doppelfunktion und die Bedeutung der Familie.
Was hat Sie am meisten verblüfft im neuen Amt?
Mich hat die Vielfältigkeit der Themen überrascht, mit denen ich tagtäglich konfrontiert werde und dass das Amt so abwechslungsreich ist. Oft kommen auch Menschen mit Problemen auf mich zu, die ich überhaupt nicht lösen kann als Bürgermeister, weil sie entweder im Kompetenzbereich der Orts-gemeinde oder der Kreisverwaltung liegen oder gar nichts mit der „klassischen“ Verwaltung zu tun haben. Trotzdem konnte ich bisher immer weiterhelfen, indem ich entweder den richtigen Ansprechpartner vermittelte oder im Gespräch nur mal eine andere Sichtweise des Problems angesprochen habe.
Wo liegen die Unterschiede Ihrer jetzigen Tätigkeit zu der Drogenberatung Worms?
Es gibt viele Parallelen. Das Wichtigste ist, zuzuhören und die Menschen mit ihren Problemen und Ängsten ernst zu nehmen. Als zweiter Schritt gilt es dann nach Lösungen zu suchen. Genauso wie in Worms arbeite ich für und mit den Menschen.
Gab es in Ihrer bisherigen Amtszeit schon Ereignisse nach dem Motto „Das hat mich sehr geärgert“ und „Das hat mich sehr gefreut“?
Gefreut hat mich sehr, wie herzlich ich hier von den Kolleginnen und Kollegen im Haus aufgenom-men wurde. Auch die Sympathie unserer Bürgerinnen und Bürger, die mir entgegengebracht wird, bestärkt mich von Tag zu Tag in meinem Tun und dient mir auch immer wieder als Ansporn. Geärgert hat mich bis jetzt noch nichts wirklich. Veränderungen gehen eben leider nicht immer von heute auf morgen und brauchen ihre Zeit, daran muss ich mich wohl erst gewöhnen.
Sind Sie schon im Amt angekommen, sitzen Sie bereits fest im Sattel?
Ich bin schon im Amt angekommen. Aber natürlich braucht es noch seine Zeit, bis man richtig fest im Sattel sitzt und sich in jedem Bereich gut auskennt. Man kann auch nicht auf jede Frage direkt eine Antwort wissen, man muss aber wissen, wen man fragen bzw. wo man nachlesen kann, um die richtige Antwort zu erhalten. Mein persönlicher Führungsstil – flache Hierarchien – ist vielleicht auch noch neu und ungewohnt in der Verwaltung, aber ich denke, es ist der richtige Weg um in Zukunft schneller gemeinsam etwas auf die Beine stellen zu können.
In Ihrer Rede beim Neujahrsempfang sagten Sie einiges zur Zukunft der Verbandsgemeinde Eich. Stichworte Retentionsraum, Sanierung der Schulen und Gerätehäuser, Belebung der Ortskerne, Umwandlung des Linienbusses in einen Bürgerbus, Flüchtlingskrise. Hat sich an diesen Zielen etwas geändert? Oder ist etwas noch dringlicheres hinzugekommen?
An der Aktualität der besagten Punkte hat sich nichts geändert. Meine Kollegen und ich arbeiten die einzelnen Punkte konsequent Schritt für Schritt ab. Auf Grund der Komplexität der einzelnen Sachthemen geht das natürlich nicht von heute auf morgen. Wir wissen aber alle um deren Dringlichkeit.
Können Sie in Ihren 100 Tagen schon „Arbeitserfolge“ verbuchen?
Durch die sehr gute Vorarbeit der Kolleginnen und Kollegen hatte ich die Ehre den AltrheinErlebnis-Pfad einweihen und den Vertrag zur Neugestaltung des Eicher Naherholungsgebietes unterzeichnen zu dürfen, beides Projekte, die den sanften Tourismus fördern und die wertvolle Flora und Fauna des Altrheingebietes schützen.
Ihre Doppelfunktionen als Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Ortsbürgermeister von Mettenheim fand nicht überall Zustimmung. Können Sie das nachvollziehen?
Natürlich kann ich die Bedenken nachvollziehen. Ich habe jedoch von Anfang an gesagt, dass ich der Ortsgemeinde – soweit möglich – erhalten bleibe. Die Ortsgemeinde Mettenheim bekommt genauso wie unsere anderen Ortsgemeinden die gleiche Aufmerksamkeit und Behandlung. Und bis jetzt kam es auch zu keinen Interessenkonflikten, wie einige vorhergesagt haben. Aufgrund meines sachlichen Charakters besteht diesbezüglich auch keine Gefahr.
Wie viel Zeit haben Sie jetzt noch für Ihre Familie?
Natürlich bringt das Amt des Bürgermeisters eine zeitliche Einschränkung für die Familie mit sich. Das war mir und meiner Familie aber auch vollkommen klar. Auf die wenige Zeit, die wir nun miteinander verbringen, freuen wir uns umso mehr und so hat die gemeinsame Zeit nochmal eine andere Qualität bekommen. Sie ist noch wertvoller und intensiver geworden für uns.
Was wünschen Sie sich für sich persönlich?
Das mir die Arbeit als Bürgermeister morgen und übermorgen immer noch so viel Spaß macht wie heute. Und das die Bürger mit meiner und der Arbeit meines Hauses zufrieden sind und wir gemeinsam unsere Verbandsgemeinde weiter nach vorne bringen können.
Maximilian Abstein, seit dem 01. Februar 2016 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Eich.