GEDENKEN: Günter Distler setzt zum vierten Advent stilles Zeichen gegen das Vergessen
108 Kerzen für Wormser Corona-Opfer
Im Brauereiviertel vor seiner Wohnung gedachte Günter Distler jedem Wormser Corona-Opfer mit einer brennenden Kerze. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERTEin stilles Zeichen setzte Günter Distler am vierten Adventssonntag für Wormser Corona-Opfer vor seiner Wohnung im Brauereiviertel. Für jeden Verstorbenen entzündete er eine Kerze. Insgesamt 108 Tote forderte die Pandemie bislang in der Nibelungenstadt. Bundesweit forderte Covid-19 sogar knapp über 108.000 Verstorbene, wie Distler ergänzte. „Sie sind jäh aus dem Leben und ihren Familien gerissen worden“, äußerte der Rentner sein Bedauern über den Verlust für die Angehörigen.
Für jene acht Wormser, welche aktuell auf der Intensivstation liegen, davon vier künstlich beatmet, reihte er leicht separiert symbolisch weitere Kerzen auf. Diese zündete der gläubige Kirchenchorsänger allerdings nicht an. Stattdessen hofft er, dass die Betroffenen wieder vollständig gesund werden. Angesichts der Bilder und Berichte aus den Intensivstationen der Welt reagiert er deshalb mit Unverständnis auf Corona-Leugner: „Meine Adventsaktion betrachte ich auch als einen Kontrapunkt gegen den Hass der Impfgegner“.
Ausdrücklich dankte Günter Distler abschließend allen Pflegekräften für ihre Mühen und ihr Engagement auf den Stationen der Kliniken oder auch in Pflegeheimen. Ihnen widmete er sein selbst geschriebenes Weihnachtslied „Seht am Himmel steht ein Stern“.