Integration: Klaus Schlappner stellt eine besondere Fußballmannschaft auf
„11 Positionen und 11 Nationen“
Vereint auf einem Bild: die Europaauswahl von Klaus Schlappner (Mitte) und die Auswahl des Rudi-Stephan-Gymnasiums. Foto: Felix Diehl
Von Marcus Diehl › Er ist eine Ikone im Fußball. Seit den 80er-Jahren ist Klaus Schlappner nicht nur als damaliger Trainer des SV Waldhof Mannheim, sondern auch für seine spätere Fußball-Entwicklungshilfe bekannt. Auch heute ist der ehemalige Nationaltrainer Chinas noch eine Person mit Strahlkraft.
Seine verschiedenen Projekte dienen vor allem der Integration. Aktuell stellt er eine besondere Fußballmannschaft auf, die einen Bezug zur aktuellen Europameisterschaft in Deutschland besitzt: „11 Positionen, 11 Nationen – Schlappis Europaauswahl.“ Jugendliche, die aus den EM-Teilnehmerländern kommen und sich größtenteils zuvor nicht kannten, stellen sich zusammen, um einfach miteinander Fußball zu spielen. Denn Fußball kann verbinden. Beim Spiel kann jeder die Werte von Fairness und Zusammenhalt lernen und verstehen.
Begeisterung ist spürbar
Unterhält man sich mit Klaus Schlappner, ist die Begeisterung für seine Projekte spürbar: „Es geht nicht um die Ergebnisse, es geht um den Umgang miteinander. Gegenseitiger Respekt.“ Es funktioniert immer, die Jugendlichen lernen sich kennen, profitieren voneinander und Freundschaften entstehen. Genau das ist seit Jahren sein Antrieb und gesättigt wirkt er auf keinen Fall. Mit seiner Europaauswahl stand er oft selbst auf dem Platz.
Letzte Partie im BIZ
Verschiedene Trainingseinheiten und insgesamt drei Begegnungen haben die Jungs miteinander verbracht. Die letzte Partie fand am Mittwoch auf dem BIZ-Gelände gegen die Schülermannschaft des Rudi-Stephan Gymnasiums statt. Das Team stellte sich aus Spielern verschiedener Vereine in der Region zusammen. Unterstützt wird das Projekt von Spielern aus den Vereinen TSG Auerbach/Bensheim 07, FSG Bensheim, TV Lampertheim, SV Waldhof Mannheim und dem VfR Wormatia Worms. Die EM im eigenen Land sollte dazu genutzt werden, das Wort Integration den Jugendlichen näherzubringen. Gerade im Sport kommen Menschen aus verschiedenen Ländern entweder als Mitspieler oder als Kontrahent auf dem Platz zusammen. Begeistert von dem Projekt waren auch die Geschäftsführer der SAT Schadensmanagent GmbH, die die Initiative mit einem Trikotsatz förderten.
Das angenehme Gespräch mit Schlappner endete mit einer Anekdote, die den Stellenwert zeigt, den er ihn China immer noch besitzt. Während der EM bekam er einen Anruf von einem ehemaligen Spieler, der wegen Marketing Zwecke in Deutschland weilte. Er wollte ihn zu Hause besuchen. Am Ende standen dreizehn Gäste vor seiner Tür. Ende Juli wird er mit einem neuen Projekt mit Jugendlichen aus unserer Region für zwei Wochen ins Reich der Mitte reisen. Dabei wird es ein Zusammenkommen mit dem Fußballverband geben. Sein Rat ist immer noch sehr gefragt, wenn es um Strukturen im chinesischen Fußball für Jugendliche geht.