Die britische Fliegerbombe auf dem RENOLIT-Gelände konnte am Sonntagmittag problemlos entschärft werden
12.08 Uhr war alles vorbei
Die britische 250-Kilogramm schwere Fliegerbombe konnte am Sonntagmittag entschärft werden. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Exakt um 12.08 Uhr am Sonntagnachmittag hat der rheinland-pfälzische Kampfmittelräumdienst die englische 250-Kilogrammbombe entschärft, die auf dem Gelände der Firma RENOLIT im Laufe der vergangenen Woche gefunden wurde. Gegenüber der Presse sagte der zuständige Leiter des Räumdienstes, Frank Bender, nach der erfolgreichen Aktion, dass die Unschädlichmachung ohne Problem erfolgen konnte. Die Entschärfung habe um 11.28 Uhr begonnen. Er und seine vier Mitarbeiter hätten zunächst ein langes Seil mit einem Art Schraubstock am einen Ende um den Zünder der Bombe gelegt. Danach hätten sie aus sicherer Entfernung von etwa 80 Metern den Zünder mit Hilfe des Seils aus der Bombe gezogen. Als der Zünder entfernt war, hätten sie den kleinen „Detonator“, aus der Bombe gedreht, sodass die Bombe ungefährlich war. Den „Denotator“ habe man sofort an Ort und Stelle unbrauchbar gemacht. Im Anschluss sei die Bombe auf eine Palette geladen worden, mit der sie wegfahren wurde, um sie an einem sichern Ort zu vernichten.
Evakuierung mit Verzögerung
Nachdem die Vorbereitungen zur Entschärfung am Samstag auf Hochtouren gelaufen waren und erfolgreich abgeschlossen werden konnten, startete am Sonntagmorgen die brisante Phase der Bombenentschärfung. Dies bedeutete, alle Bewohner in einem Radius von 500 Metern um den Fundort der Bombe auf dem RENOLIT-Gelände mussten ihr Wohnungen verlassen. Davon betroffen waren rund 650 Menschen. Als Notunterkunft für die Phase der Entschärfung standen die Räumlichkeiten der IGS Nelly-Sachs in Horchheim zur Verfügung. Dort wurden sie von Mitarbeitern des THW und des ASB betreut. Ab 9 Uhr konnten die betroffenen Bürger einen Shuttle-Service nutzten, der sie zur IGS brachte. Allerdings nutzten nur elf Bürger, darunter fünf Kinder die Möglichkeit des Aufenthalts in der IGS. Viele Bewohner hatten den Sonntag bzw. die Evakuierung genutzt um Freunde zu besuchen oder einen Ausflug zu machen. Das Gebiet in dem Radius von 500 Metern sollte ab 10 Uhr evakuiert sein. Doch wurde bei den Kontrollen, ob wirklich alle Bewohner das Areal verlassen hatten, noch ein älterer Mann und eine Familie mit vier Kindern in der Horchheimer Straße entdeckt. Die Familie wollte vom Wohnungsfenster aus die Entschärfung der Bombe beachten. Da auch diese Bewohner in Sicherheit gebracht werden mussten, verzögerte sich die Entschärfung um rund eine halbe Stunde. Ursprünglich war der Beginn für 11 Uhr angesetzt worden. So ging es um 11.28 Uhr los.